Schools kill creativity

Es gibt Statements, die prägen einen nachhaltig. Dieser kurze Vortrag von Sir Ken Robinson gehört sicherlich dazu.

Medien, Gesellschaft und Bildung

Lisa Rosa (@lisarosa) hat für das im Februar stattfindende EduCamp in Hamburg ihr Statement für die Podiumsdiskussion abgegeben. Ich halte dieses Statement auch außerhalb der EduCamp Community für unglaublich informativ, sodass ich es hier verlinken möchte und neben dem Video unbedingt die Lektüre empfehle. Der Artikel bietet einen Überblick zur Diskussionen über den Medienwandel und seine Bedeutung für Bildung und Schule.

Zum Artikel:
http://shiftingschool.wordpress.com/2010/01/15/educamp-2010-in-hamburg-ec10hh/

Was Schule von Palomar5 lernen kann

Am Dienstag hat in Stuttgart der vierte nationale IT Gipfel stattgefunden. Dies wäre für mich nicht weiter bedeutend gewesen, wenn am Tag zuvor nicht ein von DNAdigital initiierter OpenSpace stattgefunden hätte. Das Thema lautete: Vom Bildungssystem von heute zur lernenden Organisation von morgen.

In einer der Arbeitsgruppen, die sich aus den Initiativen “Neugierde nutzen”, “selbstlernen cleverle” und “Lernen ohne Lehrer” spontan assoziiert hatte, hat sich eine spannende Kombination bei den Teilnehmer/innen ergeben, da wir neben interessierten Bildungsbegleiter/innen mit Jonathan Imme einen der Initiatoren von palomar5 dabei hatten. Aus der lebhaften Diskussion um Schule und ihre möglichen Ausgestaltungen kristallierten sich am Ende folgende 14 Thesen heraus, die ich hier kurz kommentiert wiedergeben möchte:

  1. Feedbackkultur statt Noten
    Noten sind ein Selektionsinstrument und lenken den Blick vom eigentlich Gegenstand weg. Bei Palomar5 hatte man als externen Motivationsmoment kurzzeitig “Geld” eingeführt. Nach wenigen Tagen hat man sich von dieser Idee wieder verabschiedet, da die tägliche Ausschüttung für den besten “Projektfortschritt” hemmende Neiddebatten hervorbrachte. Die sachorientierte Auseinandersetzung und Hilfe stellte sich nach Abschaffung des Geldes wieder ein.
  2. Freiräume schaffen, Zeit geben
    Um Ideen und Gedanken nachzugehen brauche ich Platz und Zeit. Das Arbeiten in engen Räumen ohne Ausweich- und Rückzugsmöglichkeiten hindert den kreativen Gedanken.
  3. Heterogene (Lern-)Gruppen mit hoher Expertise
    Als besonders positiv wurde bei palomar5 die hohe Heterogenität der Teilnehmer empfunden – sowohl hinsichtlich der kulturellen Hintergründe als auch in ihren Fähigkeiten. Heterogenität schafft Kooperation.
  4. Künstlerisches Schaffen darf kein Schulfach sein
    Die Visualisierung (von Projektideen) dient dazu, Abstand zum Gegenstand zu gewinnen und Kritik nicht als persönlich, sondern sachorientiert zu begreifen. Kunst, Gestaltung und Kreativität haben bei jeder Tätigkeit eine besondere Bedeutung, die in der Schule oft in das Fach “Kunst” gesteckt und damit aus den anderen Fächern “mit gutem Gewissen” verbannt werden kann.
  5. Lernräume selber gestalten
    Arbeitsräume (Klassenzimmer) müssen von den in ihnen arbeiteten Menschen (Schülerinnen und Schüler) aktiv mit gestaltet werden können. Lernen geschieht immer in gestalteten Umgebungen. Nicht umstonst wird der Raum auch als der dritte Pädagoge bezeichnet (1. Mitschüler, 2. Lehrer, 3. Raum).
  6. Verantwortung (wirklich!) delegieren
    In erfolgreichen Unternehmen und Projekten wird Verantwortung delegiert – echte Verantwortung mit Entscheidungsbefugnissen. Dies gilt nicht nur für die Schulorganisation zwischen Schulleitung und Kollegium, sondern auch zwischen Lehrenden und Lernenden.
  7. Fehlerkultur schaffen
    Fehler sind keine Fehler. „Fehler gehören zur Kultur der Innovation – Wenn man das akzeptiert, wird man stärker.“ (Albert Yu)
  8. Keine Zeittaktung
    Viele, die nicht mehr aktiv die Schule besuchen, mögen es kaum für möglich halten. Aber in der Schule findet das Arbeiten immer noch in einem getakteten Rythmus statt (45, 60, 90 Minuten oder in anderen Erscheinungsformen). Keiner hat mir bisher erklären können, wo diese Einteilung herkommt. Es scheint ein Mysterium.
    Unter solchen Bedingungen spielt es für Lernende keine Rolle, ob sie sich in ein Thema hineingefressen und möglicherweise gerade einen Flow haben. Ja,  selbst wenn man kurz vor dem casus knaxus steht, gilt: Wenn es klingelt wird den SchülerInnen eine Zwangspause verordnet, aus der sie nach kurzer Zeit pünktlich zurückgerufen werden. Natürlich wird danach nicht weiter am letzten Thema gearbeitet, sondern das neue, jetzt wichtigste Fach, kommt auf den Tisch.
    Unter diesen Bedingungen wundert es nicht, dass SchülerInnen schnell die eigene Motivation ausblenden. Was bringt es schon, wenn man am Ende doch durch das Klingeln nicht zu Ende denken darf.
  9. Keine no-go areas (Lehrerzimmer für alle öffnen)
    Lehrerzimmer sind die Räume innerhalb der Schule, in der Lehrer neben der Unterrichtstätigkeit selber arbeiten – auch quatschen, sicherlich. Warum teilen wir uns nicht die Zimmer, schaffen neue Ruheräume und ermöglichen so allen Schulmitgliedern eine vertraute gemeinsame Zusammenarbeit?
  10. Sinnstiftung “machen”
    Die Frage nach dem Sinn wird für die Schule zukünftig eine entscheidende Rolle einnehmen. Die Frage nach dem “Warum” kann und darf nicht weiter über Verweise auf Vorgaben und Richtlinien beantwortet werden.
    Bei Lisa Rosa gibt es zum Thema “Sinnstiftung” ein gutes Interview: “Sinnbildung lernen”
  11. Offene, personalisierte Curricula
    Wenn “Sinn” an Bedeutung gewinnt, müssen auch die eigenen Interessen eine größere Rolle spielen. Dem kann man nur begegnen, indem man die Curricula an den Schulen öffnet. Palomar5 hat keine Projekte vorgeschlagen, sondern ein Thema gesetzt, auf welches die Teilnehmer mit unterschiedlichen Antworten reagiert haben. Die Ergebnisse sind nicht einheitlich und alle hoch ambitioniert.
  12. Leitfragen statt Fächer
    Wenn die Arbeit mit Leitfragen so gut funktioniert (was man in den Projektwochen an den Schule selber erlebt, die Erfahrung aber oft nicht mit in die “normale” pädagogische Praxis überträgt): Warum bauen wir die Struktur von Fächern nicht um Projekte und Themenfelder herum neu auf? Ist das streng disziplinäre Denken noch aktuell? Kann man eine kritische Wissenschaftlichkeit nicht auch Projektbezogen verwirklichen?
  13. Lehrer als facilitator – Lehrer als Netzwerkmonster
    Lehrer müssen Räume vorbereiten, Lernprozesse vorausahnen und Werkzeuge bereit halten, wenn diese angefragt werden. Dazu reicht oft nicht mehr eine einzelne Person aus. Es bietet sich an, wenn der Lehrer eingebunden ist in ein großes Netzwerk, aus dem er spontan Resourcen abgreifen kann (und natürlich auch selber für Verknüpfungen zur Verfügung steht). Als humaner Resourcepool reicht in einer vernetzten Welt das Kollegium der Lehrenden nicht mehr aus.
  14. “show ´n tell” – kooperativer Umgang zwischen allen Mitgliedern
    Bei Palomar5 gab es regelmäßig “reality checks” und allabendlich kurze Präsentationen über den aktuellen Fortschritt. Keiner arbeitet für sich alleine, jeder kann an den Erfolgen und Arbeiten der anderen partizipieren. Dieser ehrliche, offene und kritische Umgang untereinander muss auch zwischen allen an der Schule lebenden Menschen größere Bedeutung gewinnen.

Stellwand

Rückblickend habe ich festgestellt, dass einige der Thesen so nahe beieinander liegen, dass man sie besser zusammenfassen sollte. Dies kann man noch tun. Jetzt war es mir ersteinmal wichtig, die Ergebnisse zu dokumentieren. Weiteres vielleicht später…

Anmerkung:
Palomar5 ist ein Projekt, welches vor zwei Wochen in Berlin zu Ende gegangen ist. Knapp 30 Jugendliche im Alter von 19 – 30 Jahre haben über sechs Wochen an der Frage gearbeitet “Wie wollen wir in Zukunft arbeiten”. Während der Zeit waren alle Teilnehmer in der Malzfabrik in Berlin untergebracht und haben von den Organisatoren (fast) alle Wünsche hinsichtlich Material, know-how und Expertise erfüllt bekommen. Mehr zu Palomar5 findet sich auf der Webseite http://palomar5.org

WEbenin

WEbenin

WEbenin ist ein von Alexander Rausch und Ulrike Reinhard initiiertes Projekt. Im Juni sind beide zu einer Tour nach Benin aufgebrochen, um den Menschen vor Ort direkt zu helfen. WEbenin ist ein aktives Netzwerk von Menschen, die gerne helfen wollen und steht nicht für eine Organisation ohne Bürokratie. Bei den Hilfen geht es nicht um umfangreiche Hilfslieferungen, sondern in erster Linie darum, den Menschen die Möglichkeit zu geben untereinander zu kommunizieren und Netzwerke zu knüpfen. Telefon und E-mail gehören dort längst nicht zur Normalität wie es bei uns der Fall ist.

Das Projekt wurde auf dem EduCamp in Ilmenau vorgestellt und ist mir als sehr positiv in Erinnerung geblieben. Daher habe ich die Klasse gefragt, ob sie nicht Lust hätte, sich daran auch mit einer kleinen Aktion zu beteiligen und dafür etwas zu organisieren.

Benin

Dankenswerter Weise hat sich Alexander Rausch dazu bereit erklärt, der Klasse über Skype von seiner letzten Reise zu erzählen und ein paar Bilder zu zeigen (Fotos aus Benin bei Flickr). So konnten auch die ersten Fragen direkt geklärt werden: Was brauchen die Menschen am dringendsten? Wie leben sie? Gibt es Schulen?

Es war unser Glück, dass zur Zeit Nadja und Anne ihr freiwilliges soziales Jahr dort verbringen und nach einigen Fehlversuchen telefonisch zurückmelden konnten, was in den Schulen am dringendsten benötigt wird. Eine Klasse besteht aus bis zu 60 Schülerinnen und Schülern in unterschiedlichem Alter.

Mit diesen Infos hat sich die Klasse dann in mehreren Arbeitsstunden damit beschäftigt, Listen mit Material anzulegen und zu überlegen, wie man die Sachen organisieren kann. Wir haben uns dafür entschieden, zuerst einmal für eine Klasse die wichtigsten Dinge zusammenzustellen: Bleistifte, Kugelschreiber, Anspitzer, Radiergummis, Geodreiecke und Kleber wurden organisiert – insgesamt 5 kg.

Wir hoffen nun, dass das Paket gut in Djougou ankommen wird und sind gespannt, ob wir vielleicht sogar auf die beigelegten Briefe eine Antwort bekommen werden. Leider geht dies noch nicht über E-mail. Wir üben uns nun in Geduld und warten auf die Post. Bis zu drei Wochen braucht ein Paket…

Weitere Informationen:
Englischer Blog von WEbenin: http://webenin.wordpress.com/about/
Alexander Rausch: http://blog.mindlounge.de/?p=1131

Die Zukunft der IKT an der Schule

Am 08. Dezember 2009 tagt der diesjährige IT Gipfels 2009 in Stuttgart. Bereit am Tag zuvor findet ein “Open Space” von IKT-Nachwuchskräften statt, bei dem gemeinsam mit den Mitgliedern des IT Gipfels aus Wirtschaft und Politik über Ideen gesprochen werden wird, wie der Weg vom Bildungssystem von heute zur lernenden Organisation von morgen gestaltet werden kann.

Mit der Internationalen Delphi-Studie 2030 wurde am 05.11.2009 eine Studie veröffentlicht, in der über 500 Experten ihre Prognose über die Verbreitung der ITK (Informations- und Kommunikations-Technologien) abgeben sollten. Die Experten rekrutierten sich vorwiegend aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Um die Ergebnisse zu kontrastieren, wurden auch Mitglieder von dnadigital hinzu gezogen.

Unter den 144 Thesen finden sich auch Fragen zur Zukunft der IKT im Bildungssystem. Trotz aller Wichtigkeit des Themas “Bildung” gibt es nur zwei Thesen in der Untersuchung:

  1. These 10: IKT im Unterricht
    Ein persönliches elektronisches Endgerät (z. B. Laptop) ist elementarer Bestandteil des Schulunterrichts in Deutschland.
  2. These 11: IKT in der Schule
    Die permanente Nutzung von IKT-Infrastruktur (z.B. Computer, das Internet, eBooks, Schulserver) durch jeden einzelnen Schüler ist Bestandteil des schulischen Alltags in Deutschland.

Die Einschätzung der Experten als Zukunftsradar:

IKT_Bildung

Die Grafik muss man so lesen, dass die Experten ihre Prognose abgeben sollten, bis wann die These voll eingetreten ist. Je dunkler das Blau, desto mehr Experten haben für den genannten Zeitraum ihre Stimme abgegeben.

Der äußere Rand steht für den internationalen Vergleich. Rot bedeutet: “Nachzüglerposition”

Fazit:

  • Der große Umbruch in den Schulen findet in den Jahren 2015 – 2019 statt. Hier werden digitale Endgeräte sowohl in Schule wie Unterricht flächendeckend Bedeutung gewinnen – sagen 40 % der Experten.
  • Spätestens bis 2024 könnte dieser Prozess abgeschlossen sein.
  • Bereits bis 2014 wird es an den Schulen für jede/n Schüler/in die Möglichkeit geben, digitale Endgeräte im Schulalltag einzusetzen. Das sehen zumindest knapp 30 Prozent der Experten so.

Ich halte diese Zahlen für nicht verwunderlich. Sie zeigen deutlich, dass die Notwendigkeit für eine Durchdringung der Bildungsinstitutionen gesehen wird. Dies wird besonders daran deutlich, dass eine überwiegende Mehrheit der Experten die nächstmöglichen Zeiträume ausgewählt haben – ohne direkte Handlungsnotwendigkeiten zu geben.

Andererseits zeigt das Ergebnis auch die große Unsicherheit, da für die nächsten vier Jahre keine bedeutenden Veränderungen prognostiziert werden (Ausgenommen eine bei These 11). Traut man der Bürokratie oder den Schulen selber kein größeren Veränderungen zu? Immerhin ist das Projekt “schulen ans netz” inzwischen erfolgreich beendet worden.

Meine Prognose:
Wenn sich in den nächsten Jahren die Veränderungen in der Schülerschaft weiter so fortsetzen wie in den letzten vier Jahren, halte ich die optimistischen Prognosen für den Zeitraum bis 2019 für realistisch. Vor vier Jahren gab es Klassen, in denen einzelne Schülerinnen und Schüler über eine E-mail Adresse verfügten. Heute gehört dies zum Standard und in sozialen Netzwerken bewegt man sich täglich. Auch Wikis, Blogs und Foren werden mit immer größerer Selbstverständlichkeit angenommen.

Immer häufiger treffe ich in den letzten Wochen Schüler/innen, die gerne ihren Laptop oder iPod Touch im Unterricht nutzen wollen – und dies nicht nur in der Oberstufe. Ich denke, dass sich hier zur Zeit eine kritische Masse bildet. Wenn in zwei Jahren eine überwiegende Zahl der Schüler/innen statt eines Desktop-Computers oder Fernsehers einen Laptop zum Geburtstag bekommt, werden diese in die Schule drängen und die Arbeitsweise ändern. Diesem Prozess wird man sich nicht entziehen können. Ganz nebenbei werden dabei auch die One-to-One Projekte einer Bewährungsprobe unterzogen. Aber dies ist ein anders Thema.

Die Studie findet sich bei TNS-Infratest als PDF (Achtung, 18 MB).

Das Dilemma des Unterrichts

Meine tägliche Arbeit gleicht einem Paradoxon: Ich gehe in der Tat jeden morgen wieder in ein Gebäude namens Schule, um dort die Schülerinnen und Schüler zur Freiheit zu erziehen. Ja, ich erziehe zur Freiheit. Alles, was ich mir unter Bildung und Erziehung in der Schule ausmale, hat am Ende das Ziel, einen mündigen und freien Menschen zu formen.

Und deshalb bin ich immer ein wenig stolz auf mich, wenn ich methodisch-didaktisch so vorgearbeitet habe, dass ich sagen kann: ‘Ihr dürft Euch jetzt frei entscheiden, was ihr machen wollt’.

Unglaublich? Es geht, wenn man es lange genug probiert und damit leben lernt. Ich kann das sogar inzwischen ganz flüssig und ohne ironischem Lächen sagen: “Entscheide Dich jetzt frei, wie es weiter geht!”

“Jetzt” – “entscheiden” – “frei”.

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Menschen sind selbstreferentielle, autopoietische und operativ geschlossene Systeme. So lehrt es uns die Systemtheorie. Man könnte auch einfach sagen: Sie sind “schwarze Kisten”, die für Außenstehende – und auch für sich selber – nicht voraussehbaren Output liefern. Sie sind Sinnmaschinen und arbeiten nur nach ihren eigenen Mustern (Kommunikation).

Wenn die Prognose eines bestimmten Outputs bei einer solchen Maschine nicht möglich ist und ich unterstelle, dass auch Menschen solche “schwarze Kisten” sind, dann muss dies auch für Schüler/innen und Lehrer/innen gelten.

In der Schule sitzen sich also viele schwarze Kisten gegenüber, die sich nur darin unterscheiden, dass eine Kiste innerhalb des Klassemraumes sitzt, die schon etwas älter ist und sich daher die Aufgabe gegeben hat, den anderen Kisten etwas von ihren Erlebnissen und ihrem “Wissen” zu geben. Leider wissen die anderen Kisten nichts davon und sind immer furchtbar irritiert, wenn da “von außen” wieder jemand an ihrer Hülle kratzt und sich gerne mit ihnen verbinden möchte (strukturelle Kopplung).

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Die Pädagogik hat nach Niklas Luhmann ein Technologie-Defizit. Damit meint Luhmann, dass der Pädagogik kein Instrument, kein Werkzeug zur Verfügung steht, um ihr eigentliches Ziel zu erreichen. Das Ziel ist die gut gemeinte Übertragung von Wissen und Verhalten. Man könnte auch sagen: Erziehung ist die absichtsvolle Sozialisation mit dem Ziel, etwas “Gutes” zu schaffen.

Wenn es also darum geht, jemand anderen zu etwas “Gutem” zu erziehen, so muss es in der Konsequenz im Verhalten des Anderen auch “falsches” Verhalten geben. Es ist demnach definiert, welches Verhalten als “gut” und welches als “schlecht” angesehen wird. Ziel der Erziehung ist es nun, das richtige Verhalten zu fördern. Dafür braucht es neben der Unterscheidung von richtig und falsch auch noch die Sicherheit, dass etwas auch beim nächsten Mal noch richtig ist (zum Beispiel bei einem Aufsatz).

Diese Annahmen führen dazu, dass wir uns den Anderen als “Trivialmaschine” vorstellen müssen:

Trivialmaschinen sind solche, die auf einen bestimmten Input mit Hilf einer eingebauten Funktion (der »Maschine») einen bestimmten Output produzieren. Ein anderer Input würde, sofern im Resonanzbereich der Maschine liegend, zu einem anderen Output führen. 2 mal 2 ist ….. 4; 2 mal 3 ist …… 6.
(Luhmann, Das Erziehungssystem der Gesellschaft, S. 76 ff.)

Spätestens hier wird der Pädagoge hellhörig und das Dilemma offensichtlich. Wenn ich, in guter Absicht, einen anderen Menschen zu etwas erziehen möchte, was ich für “gut” halte, so muss ich ihn in seiner Freiheit einschränken und als Trivialmaschine annehmen.

Die Erziehung hat aus diesem Dilemma des Technologiedefizits nach Luhmann kurzerhand ein Technologie-Verdikt gemacht. Es fehlt ihr nicht nur eine Technologie, sondern sie möchte sie auch nicht haben! Der Grund liegt auf der Hand: Habe ich eine Technologie, so muss dieses bei Anwendung eine gewollte Veränderung in der Umwelt hervorrufen. Dies wäre so, wie wenn ich den Hammer nutze um einen Nagel in die Wand zu treiben. Würde der Hammer nicht funktionieren, würde ich ihn als solchen nicht einsetzen.

Dies bedeutet:

  • Sehen wir die Menschen als Trivialmaschinen, die in Form von Schülern durch den Lehrer trainiert werden, so widerspricht dies jedem pädagogischen Bauchgefühl von Freiheit und Aufklärung.
  • Sehen wir die Menschen als schwarze Kisten, so müssen wir jede absichtsvolle  Intervention als im hohen Maße zum Scheitern verurteilt annehmen.

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Wie entkommt man diesem Dilemma? Wie kann ich Unterricht trotzdem immer wieder wagen? Wie kann ich Methoden (Technologie) weiterhin im Unterricht einsetzen?

Ein möglicher Ansatz ist, dass man sich ganz auf die Selbstorganisation der Systeme verlässt. Ein nicht-triviales System wird sich, wenn es mit trivialen Anforderungen konfrontiert wird, als triviales System zeigen. Als Lehrer kann ich diesen Umstand zur Kenntnis nehmen und den Unterricht nicht zielgerichtet, sondern prozessorientiert strukturieren. Es geht weniger darum, “WAS” in die schwarzen Kisten hinein kommt, sondern dass die schwarzen Kisten über die Unterrichtsmethoden ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern und Kompetenzen erlangen, ihre eigenen inneren Lernprozesse (Kommunikation, Reproduktion) anzupassen.

Der Lehrer ist in dieser Rolle ein Coach, der die Prozesse begleitet und immer wieder strukturierte Umwelten anbietet, an die sich Lernende andocken können.

Ich verhelfe ihm zu Erfolg, dafür bin ich da.
(Darren Cahill, Coach von Andre Agassi)

Die Bildung hacken

Kommende Woche startet am Donnerstag die UnKonferenz “Die Bildung hacken“, initiiert von Martin Lindner (@martinlindner) und Basti Hirsch (@cervus) in Anlehnung an den Eduhack ‘09 in New York.

Das erste Mal bin ich mit den Hackern auf dem EduCamp in Ilmenau in Kontakt gekommen und war etwas irritiert. Auch jetzt noch kann ich mich mit dem Begriff nicht so ganz anfreunden. Dabei ist die eigentliche Intention durchaus sympatisch, nämlich durch koordinierte Aktivitäten in ein scheinbar geschlossenes System einzudringen, es zu öffnen und so ein wenig unter die eigene Kontrolle (zurück?) zu bringen.

Die Notwendigkeit besteht:

Lisa Rosa (@lisarosa), ebenfalls vor Ort dabei, hat in einem Kommentar in ihrem Blog shiftingschool die Herausforderung so formuliert:

Diejenigen, die im System drin sind bzw. neu hineinkommen, müssen wissen, dass sie eine Transformations- und keine bloße Reformaufgabe haben und trotzdem können wir uns dabei nur in Auseinandersetzung mit den dortigen Widersprüchen zu den Systemregeln bewegen.

Welche Rolle spielt Schule in Zukunft?

Im März ‘09 hatte ich im Anschluss an den Shift-Film diese hier formuliert:

  • Welche Aufgabe hat Schule?
  • Geht es um die Tradierung von Wissen nach klassischer Vorstellung?
  • Geht es um Erziehung, die nicht mehr im doppelt-berufstätigem Elternhaus vollzogen wird?
  • Geht es darum, die Schüler/innen im Umgang mit Tools der Kommunikation fit zu machen (”Web 2.0″)?
  • Oder geht es um Grundlagen und Einblicke in das, was war, um die Zukunft zu gestalten?
  • Was ist mit Büchern – spielen diese noch eine Rolle? Oder machen wir in Zukunft nur noch Wiki?
  • Was ist mit geschützen Räumen, in denen man König sein darf (Kinderzimmer)?
  • Wie bildet sich ein kritischer Geist?

Inzwischen würde ich noch ergänzen:

  • Wenn Stundenraster wegfallen: Wo und wann kann Lernen überall stattfinden?
  • Wie begegnen wir der immer stärker werdenden Frage nach dem Sinn des Lernens?
  • Wie schaffen wir ein Selbstverständnis von Schule, dass diese keine Angst vor “Neuem” haben muss, sondern jede neue Entwicklung und jedes neue Werkzeug bereichernd in ihr bisheriges Konzept aufnehmen kann?
    Wünschen würde ich mir ein Arbeits-Klima bei dem der Spruch “die nächste Sau wird durchs Dorf getrieben” kein Manko ist. Schule als Organisation, die für neue Entwicklungen offen ist und wo “Neues” nicht immer alles bisherige in Frage stellen muss sondern ergänzt. (Quelle)
  • Welche Rolle spielen die Inhalte in Zukunft, wenn wir alle mit dem mobilen Internet in der Tasche herumlaufen und es kaum noch ein Monopol auf Wissen gibt.

Zukunft? Ist die nicht eigentlich schon da, wenn man sich die Schülerinnen und Schüler ansieht? Mobiltelefone mit Internet oder WLAN, auf jeden Fall aber mit Kamera haben sie alle dabei. Schule heute nimmt darauf kaum Rücksicht – im Gegenteil, sie versucht es oft sogar durch Verbote zu verhindern. Verständlich, ist ihr Selbstkonzept doch in Gefahr.

Ich freue mich, dabei zu sein und bin gespannt, was das Zusammentreffen in Berlin alles katalysieren wird.

Das Web 2.0 ist nur ein Märchen

Das Web 2.0 ist nur die Fortschreibung der alten Volksmärchen-Tradition, die durch die Trennung von Rezeption und Produktion fast vergessen worden ist? Das behauptet zumindest meta_blum in ihrer PräsentationZur Genese offener Werke: Rotkäppchen 2.0, Medienwandel und schriftliche Mündlichkeit“.

Vielleicht eignet sich ein solch illustrer Zugang, um die “neue” Dynamik der so genannten Web 2.0 Technologien verständlicher zu machen. Es ist fassbarer als die abstrakten Überlegungen derer, die eh täglich im Web unterwegs sind und sagen: “Kann man nicht beschreiben, musst Du mal probieren”. Das hilft jenen, die es noch nicht probiert haben, wenig.

Die Präsentation ist in einer ersten Version auf der Re:publica 09 gehalten worden.

Das iPhone im Schulalltag

Nach der kurzen Vorstellung oft verwendeter Tools möchte ich nun den Schwerpunkt auf das iPhone legen und einige Softwaretitel vorstellen, die mir täglich die Arbeit erleichtern.

Meine iPhone Bildschirme sehen wie folgt aus:

iPhone1

  • BeejiveIM (App-Store)
    Um zwischendurch online gehen zu können oder bei Tagungen und Aktionen in der Schule schnell ansprechbar zu sein nutze ich BeejiveIM. Der Messenger unterstützt Push-Dienste und verrichtet seit dem letzten Update vollkommen problemlos seinen Dienst. Auch der Wechsel von WLAN zum GSM-Netz funktioniert tadellos.
    Für meinen öffentlichen Account, den auch viele Schülerinnen und Schüler kennen, habe ich mir dazu als Statusmeldungen die Raumnummern eingerichtet. Auf diese Weise wissen die Kontakte schnell, wo man mich ggf. auffinden kann.
  • Tweetie (App-Store)
    Als Twitter-Client der Wahl kristallisiert sich gerade Tweetie heraus – nachdem es vorher lange Zeit Twitterfic gewesen war. Was ist an Tweetie mag: sieht schick aus, lädt zügig und hat den Vorteil, dass man Nachrichten auch zwischenspeichern kann. Tweetie merkt sich die letzte Ansicht beim Verlassen des Programms und lädt exakt die gleiche Stelle wieder. Dass das Programm nicht ständig im Hintergrund läuft merke ich daher gar nicht.
  • Wikipanion (App-Store)
    Schon oft hatte ich im Unterricht die Situation, dass man einige Daten (Geschichte), Formeln (Chemie) oder Zahlen (Politik) nicht parat hatte. Dann ist es ungemein praktisch, wenn man “Google (hier: Wikipedia) in der Hosentasche hat” (@cervus)
    Meine letzen Sucheinträge: Weinbrand, Tortilla, Exekutive, Citronensäure, Weltbevölkerung, Brasilien, Vandalen, schwarze Oliven, Porzellantiegel.
  • DownTime (App-Store)
    Das kleine Programm macht einen Countdown. Genial für kurze Arbeitsphasen, die zeitlich begrenzt werden. Hält man das iPhone waagerecht erscheint die Anzeige größer, sodass man die Zeit auch an den hinteren Gruppentischen erkennen kann. Vorne an der Tafel positioniert ersetzt es die magnetische Eieruhr.
  • TeacherTool (App-Store)
    TeacherTool 1.5 ersetzt seit diesem Schuljahr meine Kurs- und Klassenbücher. Sowohl Notenlisten, Wiedervorlagen wie Themenübersichten verwalte ich mit dem Programm. Das Aufkommen von Papierlisten hat sich seitdem erheblich reduziert.
  • Byline (App-Store)
    Mein RSS-Reader mit GoogleSync. Bisher habe ich keinen anderen Reader gefunden, der schnell arbeitet und elegant ausschaut. Was mir leider noch fehlt: die Instapaper Integration. Hoffentlich kommt das bald. Solange helfe ich mir mit diesem (http://gettingsoftware.posterous.com/google-reader-instapaper-killer-combo-for-pro) Trick aus.
  • Instapaper (App-Store)
    Während der Woche komme ich oft nicht dazu, interessante Artikel immer gleich zu lesen. Daher notiere ich mir die Artikel in Instapaper. Der Sync zwischen iPhone-App und Webseite funktioniert gut. Vorteil iPhone: Die Daten werden beim Synchronisieren komplett geladen, sodass man auch offline arbeiten kann.
  • OmniFocus (App-Store)
    OmniFocus gehört seit mehr als zwei Jahren zu dem am meisten genutzten Programmen und hat meinen Alltag maßgeblich verändert. Es synchronisiert über einen Server die Todo Listen vom MacBook direkt aufs iPhone und arbeitet – wenn man denn möchte – nach den Ideen von GTD.

iPhone2

  • Circulator (App-Store)
    Verliehene und ausgeliehende Bücher, Arbeitsmaterialien & Co. notiere ich mir in Circulator. Praktisch: Direkte Anbindung ans Adressbuch, sodass man die Personen schnell kontaktieren kann.
  • SplashID (App-Store)
    Passwörter und Zugangsdaten gibt es privat und in der Schule genug. SplashID synchronisiert sich mit dem entsprechenden Programm auf dem Laptop über eine WLAN-Verbindung. Man muss also nicht alle Daten auf dem iPhone eintragen und kann im Notfall alles als Tabellendokument exportieren.
  • DropBox (App-Store)
    Endlich auch nativ fürs iPhone verfügbar! Habe bereits an anderer Stelle beschrieben, wie wir in den Arbeitsgruppen damit arbeiten.
  • MindMeister (App-Store)
    MindMeister ist ein webbasiertes, kollaboratives MindMapping Angebot. Normalerweise kann man es über den Browser bedienen – mit dem App läuft es auch vollständig auf dem iPhone. Praktisch, da wir in der Schule Projektplanungen damit machen und man unterwegs die ein oder andere Idee schnell eintippen kann. Dazu gibt es auch die Funktion “Geistesblitz”. Da die Daten synchronisiert werden, kann man die MindMaps auch offline ansehen.
  • iTranslate (App-Store)
    Vokabeln gängiger Sprachen hin und her übersetzen. Muss man nicht mehr zu sagen. Wer das Widget von Mac OS X kennt, wird sich sofort zurechtfinden.
  • The Chemical Touch (App-Store)
    Obligatorisch für den NW-Lehrer. Das Periodensystem mit allerhand zusätzlichen Infos immer in der Jackentasche.
  • Solutions (App-Store)
    Eine Lösung mit eine bestimmten Konzentration ansetzen ist mit Solutions kein Problem mehr. Erleichtert die zeitlich oft knappe Vorbereitung vor der Stunde.
  • Convertbot (App-Store)
    Umrechnung von Meilen in Kilometern und allerhand mehr.

iPhone3

  • Prowl (App-Store)
    Prowl ist die Verbindung zwischen Growl auf dem Desktop mit den Push-Diensten vom iPhone OS. Genial, wenn man sich sowohl den aktuellen Status vom Server, fertige Up- und Downloads oder geänderte Dateien in der DropBox direkt anzeigen lassen kann. Wer gerne über neue Twitter-Nachrichten informiert werden möchte, kann dies auch mit Prowl und dem Dienst Prey Fetcher erledigen.
    Einfacher ist dies aber über die App Boxcar, die neben Twitter noch Infos aus Facebook und neue E-mails aufs iPhone pushed.
  • StarMap (App-Store)
    Exzellente App für den virtuellen Sternenhimmel, um die in der Schule gelernten Sternbilder in einer – seltenen – sternklaren Nacht aufzufrischen.
  • MacTracker (App-Store)
    Da wir an der Schule verschiedene Generationen von Geräten haben, ist MacTracker ein hilfreiches Tool. Die Datenbank listet alle je gebauten Apple Rechner mit ihren technischen Spezifikationen auf.
  • Feiertage (App-Store)
    Mit dem Progrämmchen habe ich schnell einen Überblick über die Lage der Feiertage und Ferien innerhalb des Schuljahres. Das geht leider mit dem integrierten Kalender auf dem iPhone nicht ganz so komfortabel.

Twitter im Unterricht: Nein, bitte nicht!

Wir versuchen wieder, neue Technologien in ein System zu drücken, das dafür nicht geschaffen ist. Mit der Überlegung von Twitter im Unterricht reduzieren wie nicht nur Twitter in seinen Möglichkeiten enorm, sondern überstrapazieren auch die Schule in ihrer derzeitigen Struktur (was natürlich durchaus wünschenswert sein kann).

Twitter_Was tust du

Twitter ist ein “Was tust Du gerade” Dienst, der sich in den letzten Monaten verstärkt als politisches und persönliches Sprachrohr entwickelt hat.

Das, wofür man Twitter jedoch in der Schule einsetzen möchte, wie zum Beispiel hier bei LehrerOnline vorgeschlagen, ist nichts anderes als ein Chat. Warum dann nicht direkt auf dieses Medium setzen? Vorteil: Man muss sich nicht anmelden (natürlich anonym! ist ja Schule und wir müssen die Schüler schützen) und braucht sich nicht mit sowas seltsamen wie Hash-Tags auseinanderzusetzen, die dann ggf. sogar noch doppelt verwendet werden und Irritationen schaffen. Immerhin soll Twitter ja innerhalb des Klassenzimmers bleiben.

Solange wir inszenieren ist die Thematisierung im Unterricht immernoch ein gutes Mittel, um den Schülerinnen und Schülern die Lust an einem Werkzeug zu nehmen.

Lasst also Twitter, solange es die Twitterer selber nicht richtig verstehen, aus den Schulen raus. Nutzt Chats für das Feedback und die zeitlich begrenzte Kommunikation im Klassenraum. Das ist einfacher. Allerdings gewinnt man dabei auch bei keinem Bingo.

Kristallisationspunkt für das Posting ist der Beitrag von Melanie, mit dem Titel “Ist Twitter für den Unterricht geeignet?”. Dort hat sich eine spannende Diskussion ergeben.

Digitaler Arbeitsalltag

Über seine täglichen Tools berichtet René in seinem letzten Blog-Beitrag (kann man das nicht auch als PLE bezeichnen? Ich finde schon).

Den Beiträg möchte ich gerne zum Anlass nehmen und seinem Aufruf nachkommen, meine eigenen Arbeitsmittel kurz vorstellen. Vieles gleicht sich, ein paar Unterschiede gibt es aber doch:

  • DropBox: Mit der DropBox arbeiten wir inzwischen in drei Arbeitsgruppen eng zusammen und pflegen zur Zeit in vier Fächern gemeinsame Ordner für Unterrichtsmaterial. Das Ganze läuft so nahtlos ineinander, dass ich auf diese Art der Kollaboration inzwischen nicht mehr verzichten könnte. (Wer die DropBox selber mal testen möchte kann das hier tun und bekommt dann direkt noch 250 MB dazu.)
  • iCal: Meine Verwaltung von Terminen und Stundenplänen läuft über iCal, den ich mit dem iPhone abgleiche. Dadurch habe ich überall Zugriff und kann kurzfristig Änderungen eintragen, die über MobileMe und Push direkt auch auf dem MacBook sichtbar werden. Vorteil: Da iCal mit dem vCalendar-Format arbeitet, kann man sich mit vielen Kollegen digitale Einladungen zusenden und so Terminankündigungen vereinfachen.
  • OpenOffice: Obwohl Pages viel schicker aussieht haben wir uns in den Arbeitsgruppen darauf geeinigt, primär mit OpenOffice zu arbeiten. Dies ist dann nötig, wenn man die Dateien über die DropBox austauschen möchte (wenn doch mal Pages, dann auf jeden Fall ein PDF beilegen). Es ist keine Liebe, aber man gewöhnt sich dran und genießt die Vorteile, dass man ein offenes Dokumentformat verwenden kann (.odt) und so kaum Formatierungsprobleme auftauchen.
  • TeacherTool: Für die gesamte Unterrichtsdokumentation, die überlicherweise über Notenlisten und Kursbücher abläuft, verwende ich seit letztem Schuljahr TeacherTool. Dieses Programm läuft auf dem iPhone und funktioniert inzwischen ohne größere Probleme (Version 1.5 – kommt in ein paar Tagen über iTunes). Ich genieße es, dass ich schnell Feedback über die letzten Wochen geben kann (gegenüber Kollegen und Schülern) und mit der Wiedervorlage nicht so schnell vergesse, wenn noch etwas abgegeben oder ein Referat besprochen werden muss. Habe damit alle Infos immer in der Tasche.
  • moodle: Für die Oberstufe habe ich in den letzten drei Jahren sehr intensiv neben dem Unterricht ein moodle geführt und dort neben Aufgaben auch die Themen dokumentiert und alle Arbeitsblätter und Quellen hinterlegt. Im laufenden Schuljahr habe ich darauf vorerst verzichtet, da mit der Format zu eng erscheint.
  • Blog: Für die Kommunikation in und mit der eigenen Klasse verwende ich ein Wordpress Blog, welches mit ‘authenticator‘ nach außen hin geschlossen ist. Hier werden aktuelle Notizen hinterlegt, die Elternbriefe gesammelt oder Berichte aus der Woche oder von spannenden Unterrichtsprojekten von den Schüler/innen verfasst.
  • Wiki: Anstelle eines moodles versuche ich zur Zeit in einem 11er Kurs ein Wiki einzusetzen. Dies erscheint bisher deutlich attraktiver für die Schüler/innen zu sein und bietet eine größere Flexibilität bei der Gestaltung der Inhalte. Da ich auf den Service von wikispaces.com zurückgreife, erspare ich mir außerdem die Wartung eines zusätzlichen Wikis auf dem eigenen Server.
  • MindMeister: Sowohl für Unterrichtsplanungen mit den Schüler/innen, als auch für ie Dokumentation von Projekten oder als rudimentäre ToDo-Liste in einer Arbeitsgruppe setze ich sehr gerne MindMeister ein. Die Oberfläche ist ansprechend und selbsterklärend und die Ergebnisse lassen sich gut exportieren oder unterwegs auf dem iPhone ansehen und bearbeiten. Seamless.
  • lo-net2: Nein, mögen tue ich diese Plattform nun wirklich nicht. Und daher setze ich sie auch im eigenen Unterricht nicht ein. Da wir aber als Schule vor ca. drei Jahren entschieden haben, dass die Fachkonferenzen dort ihre Protokolle und Dokumente hinterlegen, ist es einer Erwähnung wert. Immerhin kamen darüber viele Kollegen erstmalig in den Kontakt mit Online-Lernplattformen.
  • OmniFocus: Auch ohne strenges GTD-Prinzip ist mir OmniFocus eine große Hilfe für die ganzen Kleinigkeiten, die am Tag erledigt werden müssen. Ich spare mir so das Papier und kann sowohl unterwegs (iPhone) wie auch am Rechner komfortabel Notizen eintragen und als erledigt abhaken. Den Twitter-Beitrag von macmind vor ein paar Tagen unterstütze ich voll…
  • GoogleReader & Instapaper: Um die tägliche Flut an Nachrichten zu organisieren setze ich GoogleReader und Instapaper ein, die sich mit ein paar Tricks hervorragend ergänzen. Auf diese Weise kann ich nicht nur den interessanten Diskussionen folgen, sondern finde auch den ein oder anderen Artikel für eine Klausur. Auf dem iPhone genauso wie im Web oder auf dem Mac.
  • DevonThink: Mein zentraler Datensammler ist DevonThink Pro Office. Alles, was als Interessantes von außen kommt, wird dort hinterlegt (ausgenommen Unterrichtsmaterial). Mit den integrierten Import-Optionen werden sowohl Papier wie auch Webseiten verarbeitet und wegsortiert.
  • MobileMe: Der Sync der Kalender, Adressen und Bookmarks läuft über MobileMe.

Danke René für den Anstoss, die Tools mal zu notieren.

Über Feedback und Anregungen bin ich dankbar.

Bildungskongress 2009

Anschließend an den Bildungskongress ‘09 (http://www.bildungs-kongress.de) mit der Vorstellung der aktuellen Studie von Prof. Peter Kruse (http://www.scribd.com/doc/19117661/PeterKruse-Bildungskongress-09) hat sich über die Tweets (http://search.twitter.com/search?q=%23bk09) während der Veranstaltung und das Aufgreifen der Gedanken im Blog der Initiative D21 (http://www.blog.initiatived21.de/?p=2754) und bei Hokey (http://wordpress.blokey.de/2009/09/02/von-sehr-altem-und-sehr-neuem/) eine lebendige Diskussion ergeben. Da diese auch bei mir einiges durcheinander gewirbelt hat, möchte ich gerne meine Gedanken etwas geordnet wiedergeben. 140 Zeichen reichen dafür nicht aus…
Wie ich bei der Initiative-D21 schon geschrieben hatte, scheint das eigentlich “Problem” eher darin zu liegen, welche pädagogischen Grundannahmen ich für meine Arbeit wähle. Diese Kontroverse hat die Pädagogik seit Anbeginn – sei es das Technologiedefizit (Luhmann, Schorr) oder Behaviorismus und Konstruktivismus. Natürlich prägt sich dies in der alltäglichen Arbeit nicht in diesen Begrifflichkeiten aus, aber ich denke schon, dass jeder Lehrer seine eigene Vorstellung davon hat, wie Lernen funktionieren könnte.
Solange wir auf der rein technischen Ebene bleiben und über “modernen Unterricht” immer unter Bezug auf Blog, Twitter und Wikis sprechen, umgehen wir die eigentliche Frage. Hier sehe ich eine Gefahr der “Technokratisierung”, dass nämlich Bildung vor allem aus der Perspektive der Effektivität technologischer Entwicklungen gesehen wird und wir uns damit in Sachzwänge begeben, in die ich mich lieber nicht begeben möchte. Der Ausfall des Gmail Servers zum Beispiel darf keinen Einfluss darauf haben, ob ich mich mit anderen Menschen über Gedanken austauschen kann.
Twitter alleine wird keinen Unterricht gut machen, genausowenig wie eine hervorragende Methode in meinen Händen zum totalen GAU führen kann (oder vice versa). Hier besteht aber sicherlich Einigkeit, dass Methoden keine Kausalität für Qualität in sich bergen – auch LdL nicht. ;)
Wenn Hokeys Bedenken also in die Richtung gehen, dass zur Zeit die technologischen Möglichkeiten in den Himmel gelobt werden und mit ihnen ein Automatismus entsteht, Schule zu verbessern, so gebe ich ihm recht: Das geht so nicht.
Schule ist kein Raum, in dem keine Kontoversen ausgetragen werden – und Schule war dies sicherlich auch nie. Von daher kann und wird eine neue Technologie die Schule nicht wachrütteln. Sie wird vom System Schritt für Schritt adaptiert werden und für die Lernenden und Lehrenden eine weitere Möglichkeit bieten, Ziele zu erreichen.
Ob damit ein Paradigmenwechsel innerhalb der Schul-Pädagogik einhergehen kann, wie beispielsweise Jean-Pol Martin erhofft, wird sich zeigen. Ich möchte dies hoffen. Dafür ist jedoch keine Notwendigkeit gegeben – rein aus der Sicht des Systems “Schule”. Dieses hat auch schon andere Umwälzungen in der Gesellschaft verkraftet und wird wohl auch Computer im Klassenzimmer überstehen.
Es vermischen sich also mindestens zweierlei Ziele in der aktuellen Diskussion: 1) Die Integration von neuen Kommunikationsformen in der Schule als Konsequenz einer neuen Generation von SchülerInnen, die diese als Selbstverständlichkeit ansehen und
2) eine versteckte Hoffnung, dass bestehende Strukturen in der Bildungslandschaft durch eben diese Technologie aufgebrochen und neu gedacht werden können.
Zu 1: Diese Entwicklung wird kommen, ob wir wollen oder nicht. Ob man das Problem generational löst oder durch Fortbildungsmaßnahmen eine schnelle Durchdringung bewirkt ist im Grunde nebensächlich. Beratung der Schulen tut gut, wird Geld generieren und am Ende auch – irgendwie – Erfolg haben. Die Rolle der sich zur Zeit so bezeichnenden “digital inhabitants” (im Schuldienst!) ist es, sich blutige Nasen zu holen und erste Schritte zu gehen. Man wird aber nicht lange allein bleiben.
Zu 2: Die Notwendigkeit, Schule zu verändern, wird von vielen wahrgenommen. Im Detail unterscheiden sich die Vorstellungen dann aber doch. Und da diese Vorstellungen sehr persönlich sind, wird es emotional.
Dies betrifft nicht nur die inhaltliche Eben (Paradigmen des Lernens), sondern auch das Problem “Theorie & Praxis”. Wer sagt da eigentlich wem was? Ich kann in gewisser Weise nachvollziehen, wenn man sich nach 30 Jahren Berufs-Erfahrung nicht von jungen Leuten ohne wirkliche Unterrichtspraxis erklären lassen muss, wie das jetzt richtig geht und dass man bisher eigentlich alles falsch gemacht hat.
Es geht nicht darum, wer die plausibleren Argumente vorlegt. An dieser Stelle wird die Auseinandersetzung emotional und durch fehlende Sensibilität (auf beiden Seite) kann ein großer Schaden angerichtet werden.
Meine Devise für die nächste Zeit lautet: Kein Missionieren, kein Überzeugen. Dafür aber  versuchen, im Kleinen meine eigene Arbeitsumgebung zu gestalten, so wie ich gerne arbeiten möchte. Und wenn jemand ruft und mehr möchte, überleg’ ich`s mir :) .

Anschließend an den Bildungskongress ‘09 mit der Vorstellung der aktuellen Studie von Prof. Peter Kruse (Präsentation) hat sich über die Twitter (#bk09) während der Veranstaltung und das Aufgreifen der Gedanken im Blog der Initiative-D21 und bei Hokey eine lebendige Diskussion ergeben. Da diese auch bei mir einiges durcheinander gewirbelt hat, möchte ich gerne meine Gedanken etwas geordnet wiedergeben. 140 Zeichen reichen dafür nicht aus…

Kruse@Bildungskongress09

Wie ich bei der Initiative-D21 schon geschrieben hatte, scheint das eigentlich “Problem” eher darin zu liegen, welche pädagogischen Grundannahmen ich für meine Arbeit wähle. Diese Kontroverse hat die Pädagogik seit Anbeginn – sei es das Technologiedefizit (Luhmann, Schorr) oder Behaviorismus und Konstruktivismus. Natürlich prägt sich dies in der alltäglichen Arbeit nicht in diesen Begrifflichkeiten aus, aber ich denke schon, dass jeder Lehrer seine eigene Vorstellung davon hat, wie Lernen funktionieren könnte.

Solange wir auf der rein technischen Ebene bleiben und über “modernen Unterricht” immer unter Bezug auf Blog, Twitter und Wikis sprechen, umgehen wir die eigentliche Frage. Hier sehe ich eine Gefahr der “Technokratisierung”, dass nämlich Bildung vor allem aus der Perspektive der Effektivität technologischer Entwicklungen gesehen wird und wir uns damit in Sachzwänge begeben, in die ich mich lieber nicht begeben möchte. Der Ausfall des Gmail Servers zum Beispiel darf keinen Einfluss darauf haben, ob ich mich mit anderen Menschen über Gedanken austauschen kann.

Twitter alleine wird keinen Unterricht gut machen. Auch eine hervorragende Methode kann in meinen Händen zum totalen GAU führen (oder vice versa). Hier besteht sicherlich Einigkeit, dass Methoden keine Kausalität für Qualität in sich bergen – auch LdL nicht. ;)

Wenn Hokeys Bedenken also in die Richtung gehen, dass zur Zeit die technologischen Möglichkeiten in den Himmel gelobt werden und mit ihnen ein Automatismus entsteht, Schule zu verbessern, so gebe ich ihm recht: Das geht so nicht.

Schule ist kein Raum, in dem keine Kontoversen ausgetragen werden – und Schule war dies sicherlich auch nie. Von daher kann und wird eine neue Technologie die Schule nicht wachrütteln. Sie wird vom System Schritt für Schritt adaptiert werden und für die Lernenden und Lehrenden eine weitere Möglichkeit bieten, Ziele zu erreichen.

Ob damit ein Paradigmenwechsel innerhalb der Schul-Pädagogik einhergehen kann, wie beispielsweise Jean-Pol Martin erhofft, wird sich zeigen. Ich möchte dies hoffen. Dafür ist jedoch keine Notwendigkeit gegeben – rein aus der Sicht des Systems “Schule”. Dieses hat auch schon andere Umwälzungen in der Gesellschaft verkraftet und wird wohl auch Computer im Klassenzimmer überstehen.

Es vermischen sich also mindestens zweierlei Ziele in der aktuellen Diskussion:

  1. Die Integration von neuen Kommunikationsformen in der Schule als Konsequenz einer neuen Generation von SchülerInnen, die diese als Selbstverständlichkeit ansehen und
  2. eine versteckte Hoffnung, dass bestehende Strukturen in der Bildungslandschaft durch eben diese Technologie aufgebrochen und neu gedacht werden können.

Zu 1: Diese Entwicklung wird kommen, ob wir wollen oder nicht. Ob man das Problem generational löst oder durch Fortbildungsmaßnahmen eine schnelle Durchdringung bewirkt ist im Grunde nebensächlich. Beratung der Schulen tut gut, wird Geld generieren und am Ende auch – irgendwie – Erfolg haben. Die Rolle der sich zur Zeit so bezeichnenden “digital inhabitants” (im Schuldienst!) ist es, sich blutige Nasen zu holen und erste Schritte zu gehen. Man wird aber nicht lange allein bleiben.

Zu 2: Die Notwendigkeit, Schule zu verändern, wird von vielen wahrgenommen. Im Detail unterscheiden sich die Vorstellungen dann aber doch. Und da diese Vorstellungen sehr persönlich sind, wird es emotional.

Dies betrifft nicht nur die inhaltliche Eben (Paradigmen des Lernens), sondern auch das Problem “Theorie & Praxis”. Wer sagt da eigentlich wem was? Ich kann in gewisser Weise nachvollziehen, wenn man sich nach 30 Jahren Berufs-Erfahrung nicht von jungen Leuten ohne wirkliche Unterrichtspraxis erklären lassen muss, wie das jetzt richtig geht und dass man bisher eigentlich alles falsch gemacht hat.

Es geht nicht darum, wer die plausibleren Argumente vorlegt. An dieser Stelle wird die Auseinandersetzung emotional und durch fehlende Sensibilität (auf beiden Seite) kann ein großer Schaden angerichtet werden.

Meine Devise für die nächste Zeit lautet: Kein Missionieren, kein Überzeugen. Dafür aber  versuchen, im Kleinen meine eigene Arbeitsumgebung zu gestalten, so wie ich gerne arbeiten möchte. Und wenn jemand ruft und mehr möchte, überleg’ ich`s mir.

Von China lernen

Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass wir uns in Europa über die in China praktizierten Methoden zur inhaltlichen Kontrolle des Internets echauffierten. Rund um die Olympischen Spiele 2008 in Peking konnte man das Gefühl haben, dass Europa nach außen nicht nur wirtschaftliche Interessen vertritt, sondern auch hinsichtlich der Freiheit der Kommunikationsmedien – die fraglos nicht immer einfach zu ertragen ist – eine klare und freiheitlich-demokratische Position einnimmt.

Dies scheint nun aber vom Tisch. Nicht erst seit den medienwirksamen Ausfällen von Ursula von der Leyen sollte klar sein, dass für viele jener Menschen, die sich gerade am Zenit ihrer Macht befinden, das Internet vor allen Dingen etwas ist, was es einzudämmen gilt. Verständlich, haben sie ihre Karrieren und Netzwerke doch vollkommen frei von Twitter, Blogs und Co. aufgebaut und sehen sich nun von den deutlich schnelleren Medien ihrer Verdienste beraubt. Die Aufmerksamkeitsökonomie hat durch die neuen Technologien eine neue Dimension erreicht. Und da das Werkzeug eines Politiker gerade darin liegt, für seine Themen eine möglichst große Aufmerksamkeit zu erhalten, mag man ihnen diese “Bissigkeit” fast verzeihen – wenn die Folgen nicht so gravierend wären.

Mit Folgen meine ich zum Beispiel diesen Ausspruch von Hans-Peter Uhl (CSU) über die ‘vorbildlichen’ Möglichkeiten, die uns China präsentiert. Er wird im Focus folgendermaßen zitiert:

Spätestens seit den Olympischen Spielen in Peking wisse man, was möglich sei: „Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.“ (Quelle: http://tinyurl.com/3n2uwv)

Da bleibt mir die Spucke weg…

Zeugnistag

Wir verballern unsere Zukunft

Zensur im Internet

Im Beitrag “Heftige Proteste gegen Sperrungen im Internet” gibt es einen gute Überblick mit Argumenten zur aktuellen Diskussion.

Wie der Frosch im heißen Wasser

Informationsüberflutung

Prof. Peter Kruse stellt die Entwicklung der letzten Jahrzehnte im Internet in drei Etappen dar: 1. Der Informationsboom (Wow! ich kann alles im Internet machen!) – 2. Der Beteiligungsboom (Cool! Dann veröffentliche ich jetzt auch noch eine Klowand als Blog) – 3. Der Empfehlungsboom (Grrr! Und was mache ich jetzt mit den ganzen Infos?).

Ein interessantes Interview, vor allen Dingen im Hinblick auf die Entwicklungen rund um Twitter als soziales Netzwerk. Dort spielen Empfehlungen und die Zuschreibung von Relevanz eine ganz besondere Rolle. Twitter ist eine kleine Abbildung der Blogosphäre – eben Microblogging.

via timoheuer

WiiBoard im Einsatz

In den letzten Tagen habe ich immer wieder mal das WiiBoard ausgepackt und stelle fest: Es wird wohl ein fester Bestandteil meiner Lernarrangements. Der Aufbau dauert nicht länger als die Schülerinnen und Schüler brauchen, ihre Materialien bereit zu legen. Und der Mehrwert ist gewaltig.

So haben wir heute mit MindMeister ein Brainstorming mit anschließender Planung der Reihe “Tropischer Regenwald” gemacht, was mit Magneten an der Tafel in der durchgeführten Art überhaupt nicht denkbar gewesen wäre. Zuerst alles sammeln, dann gruppieren, einzelne Gruppen verschieben, Gruppen mit Ähnlichkeiten auf eine Seite bringen und am Ende große Äste erstellen. Wo früher oft das Problem des Clusterns bestanden hat (wer macht es? Mitdenken der Gruppe nur schwer möglich) geht es heute mit dem IR-Stift. Man kann auch mal was verschieben und wieder zurück packen. Es kostet keine Zeit und ist visuell direkt begreifbar.

Es ist klar, dass durch ein Wiiboard noch kein offener Unterricht nötig wird. Auch die Substitution der grünen Tafel ist nicht angedacht oder machbar. Bei mir geht es vor allen Dingen darum, den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in neue Technologien zu ermöglichen und WebTools im Unterricht einzusetzen. Die schnellere Reaktionsmöglichkeit führt zu einer hohen Aktivität der Schülerinnen und Schüler und löst einen direkten Mitmachfaktor aus (“Ach, ich geh mal eben nach vorne und erkläre es da”.).

Der Aufbau

Der OHP inklusiv Tisch spielt dabei eine zentrale Rolle, da er den Beamer mit WiiRemote in Position bringt. Durch die klippertsche Sitzordnung habe ich vor einer Tischgruppe Platz, sodass keiner in seinem Blickfeld eingeschränkt wird und der Beamer nicht mittem im Raum steht. Gerade für bewegte Unterrichtsphase ist das wichtig.

WiiBoard: von oben

Vor dem OHP-Wagen steht einer der freien Einzeltische, auf dem ich das MacBook platziere. Auch hier besteht durch die Eingliederung in die Tischgruppe nicht die Gefahr, dass jemand aus Versehen dagegen läuft.

WiiBoard: von der Seite

Um das Bild vernünftig an der Wand zu sehen und vor allem mit dem Stift flüssig schreiben zu können habe ich ein Plakat aus der Reihe “Der Planet Erde” (ich glaube es ist die Darstellung des Mondes) umgedreht, sodass ich eine weisse Fläche an der Wand habe.

WiiBoard Aufbau

Überlegen muss ich noch, ob ich das orangene – und zum Glück extra lange – Stromkabel mit Panzertape am Boden befestige. Dann kann eigentlich nichts mehr schief laufen. Das würde allerdings auf Kosten der Flexibilität des Klassenraumes gehen, weshalb ich bisher Abstand davon genommen habe. Die Beobachtung, dass selbst in den Pausen die Schülerinnen und Schülern vorsichtig im Klassenraum unterwegs sind, lässt mir die Hoffnung, dass es mit der nötigen Verantwortung auch so geht.

EduCamp Nachlese

Das EduCamp war unglaublich begeisternd. Kein Vergleich mit anderen Tagungen oder Konferenzen, die ich bisher erlebt habe. Das Prinzip BarCamp hat einen ungemeinen Charme. Ich hoffe, dass sich mehr und mehr Menschen dafür entscheiden, Veranstaltungen in dieser Art durchzuführen. Voraussetzung gibt es dafür nur eine: be a neuron!

Weitere Videos bei lutzland, filterraum u.a.