Monthly Archive for Mai, 2007

Theorie und Wissenschaft

Theorien sind ja primar bestimmt, die Wissenschaft selbst zu steuern. Also wissenschaftliche Forschung anzuregen, umzuleiten, zu instruieren, abzubrechen u.s.w. Es ist also eine wissenschaftsinterne Einrichtung und es wäre absurd sich vorzustellen, dass die gesamte Gesellschaft auf ein Niveau theoretischer Einsichtigkeit gebracht werden könne und nun mit den Probleme besser fertig wird. Allerdings gibt es Ausstrahlungseffekte über Worte, über Floskeln auch über empirische Daten…

(N. Luhmann)

Emanzipation

Wissenschaft als Moment der Selbstbefreiung des Menschen von unbegriffenen Mächten. Das heißt Aufklärung aus dem wissenschaftlichen Studium heraus. Und als Wissenschaftler haben wir die Aufgabe, diese Selbstbefreiung des Menschen von diesen unbegriffenen Mächten zu forcieren und uns nicht zu Objekten anderer Mächte der Gesellschaft zu machen.

(R. Dutschke)

     

Neben Dutschke auch noch Augstein und Dahrendorf am Tisch. Illustre Runde.

Der Preis, den wir zahlen

Die Gelehrten von heute verschreiben sich dem Internet: Setze deinen Namen unter den Vertrag, logge dich ein und öffne dein Bewusstsein für ein Universum der Information und der Macht. Allwissenheit und Allmacht: nur ein Mausklick!
Der Preis? Hör einfach die Internet-Protagonisten an: Alle Informationen sind umsonst! Aber wenn wir erst einmal online sind, zahlen wir mit einer Währung, die weit mehr wert ist als der Doller. Der Mephisto von heute verlangt nach einem äußerst kostbaren Gut: der Zeit, über die wir auf Erden verfügen.

Aus: C. Stoll: LogOut, Verlag S. Fischer, Frankfurt a. M., 1999.

Bundestrojaner auf dem Weg?

Rechtlich ist die Grundlage für den Bundestrojaner einen Schritt weiter. Im Rahmen des Verbotes zur Programmierung schädlicher Systemsoftware wurden auch die viele Sicherheitstools verboten, die ebenfalls ins System eingreifen.

Durch die ausgesprochen weite Fassung des Gesetzes wird der Besitz, die Herstellung und die Verbreitung von präventiven Werkzeugen, mit denen die Sicherheit von Computern geprüft werden kann, in Deutschland strafbar. Diese Werkzeuge sind jedoch essentiell, um die Sicherheit von Computersystemen zu gewährleisten. Das allgemeine Verbot dieser Software ist etwa so hilfreich wie die Herstellung und den Verkauf von Hämmern zu verbieten, weil damit manchmal auch Sachbeschädigungen durchgeführt werden.
Quelle und mehr: CCC

Weitere Infos:
Golem.de

Null Toleranz

via Spreeblick

“Ein Bachelor-Arzt? Niemals!”

Nach langen Jahren interner Diskussionen an den Hochschulen, die ich als Student begleiten durfte, wird die Diskussion jetzt auch wieder mal in der Öffentlichkeit aufgefrischt. Bachelor & Master werden in Zukunft die Basis jeden Hochschulstudiums sein. Auch die Staatsexamensfächer wie Arzt, Jurist oder Lehrer sind davon betroffen. Zwar läuft aktuell noch das Staatsexamens als offizieller Abschluss, aber wie lange sich das noch halten wird? An der Uni Wuppertal haben ‘wir’ bereits das konsekutive Studienmodell für Lehramt übergreifend eingeführt. Ab WS 07/08 kann man kaum etwas anderes studieren. Lehramt selber geht also nur im Master, Schwerpunktsetzung zwar auch im Bachelor, aber unverbindlich.

Ist das gut? Eigentlich hinfällig, hier eine Bewertung zu machen. Es ist eben so, und der Illusion, den Bologna Prozess jetzt noch zu stoppen, will sich doch keiner wirklich hingeben, oder? Zu sehr sind die dort angedachten und verabschiedeten Ideen inzwischen angestossen worden, sowohl in der Schule wir auch an den Universitäten. Das dauert wohl noch wieder mindestens 15-20 Jahre, bis wieder ein neuer Ansatz zu Tage tritt.

Und bei aller Kritik: Bei der Umsetzung dürfen sich auch die Fächer an den Hochschulen nicht auf die Position zurückziehen, sie hätten das Optimale herausgeholt. Aus meinen Beobachtungen wurden die alten Studienordnungen oft einfach übertragen, umgeschrieben und umgemodelt, sodass sie auf das Bachelor System passen. Selten nur wurde richtig ausgemistet und neu komponiert. Wäre eine Chance gewesen.

Der Vorwurf bleibt, dass es um mehr Praxis und weniger Wissenschaft geht. Zumindest für den Bachelor. Aber war das nicht immer die Forderung der Wirtschaft, die von vielen Anderen getragen wurde? Gerade die Studierenden  haben das immer wieder bemängelt, zumindest was das Lehramtsstudium angeht: “Was bringt mir das denn? Wie soll ich denn dann in der Schule reagieren? Was mache ich denn, wenn ein Schüler…”.

Jetzt haben wirs.

Wissenschaftlichkeit, kritische Auseinandersetzung mit dem status-quo, die “Befreieung aus der selbstverschuldeten Umündigkeit”: Wer studiert denn schon mit diesem Gedanken! Es geht darum, schnell fertig zu werden um a) wenig Studiengebühren zu zahlen und b) schnell in den Beruf zu kommen. Ich arbeite um zu leben. Verübeln kann mans keinem.

Wie ich darauf komme? Gerdade den Artikel gelesen und wollte nur mal kurz kommentieren:

Neue Studienabschlüsse: “Ein Bachelor-Arzt? Niemals!” – UniSPIEGEL – SPIEGEL ONLINE 

Bücher statt Notebooks?

Ein Artikel in der NY Times hat in den vergangenen Tagen einige Diskussionen hervorgerufen. Die Kritiker/innen fühlen sich bestätigt, die Vertreter/innen einfach falsch verstanden. Gabi Reinmann, Professorin für Medienpädagogik an der Uni Augsburg, hat den Artikel etwas durchleuchtet und kommentiert.

Wer hofft, mit einer neuen Technologie revolutionäre Änderungen in Schulen bewirken zu können, hat weder menschliches Lernen noch das Funktionieren von Schule verstanden. Medien-Initiativen, auch Notebook-Initiativen, die von solchen Prämissen ausgehen, sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Kritisch sehe ich dabei ihren im Weiteren formulierten und im Grunde guten Ansatz, dass man vor allem in die Fortbildung der Lehrenden investieren müsste, um dort die Medienkompetenz zu fördern, die man bei den Schüler zu wecken erhofft. Die bereits im Dienst stehenden Lehrenden sind als ‘Digital Immigrants‘ im Umgang mit den so genannten “neuen Medien” in der Regel deutlich weniger geübt als die Heranwachsenden (‘Digital Natives‘) selber. Das schließt allerdings die Kompetenz nicht zwangsläufig ein.

Problematisch an der Fortbildung der Lehrenden ist meiner Meinung nach, dass die intendierten Kompetenzen nicht erreicht werden. Anders als bei einem reinen Fachinhalt beinhaltet ein medienkompetenter Umgang auch eine Änderung der eigenen Arbeitsweise. Flickr, Moodle, Mail und Chats können nicht nur als Blüten angesehen und mit Distanz betrachtet werden, sondern müssen, um sie zu verstehen, auch genutzt und weiter gepflegt werden. Und das lässt sich im Rahmen einer Fortbildung nicht ändern.
Einen Anstoss kann die Fortbildung geben, daher ist der Ansatz auch im vollem Umfang sinnvoll. Denn ohne es probiert zu haben kann ich mich auch nicht dafür begeistern.

Von einem Einsatz der Computer im Unterricht (und zwar am Besten wirklich in 1-to-1 Projekten) verspreche ich mir höhere Flexibilität. Fragen und Anregungen können schneller nachgegangen werden. Recherchen im Netz sind jederzeit möglich und auch eine kritische Betrachtung von Artikeln wird erleichtert, da man ohne immense Kopierkosten unterschiedliche Artikel betrachten und auswerten kann. Das Lesen von Bücher und Ganzschriften schließt das nicht aus. Computer statt Bücher? Ich wäre für die Bücher. Aber Computer gleichberechtigt neben Büchern finde ich eine tolle Vorstellung.

Vor allem als Vorbereitung auf die Lebenswelt nach der Schule ist es unabdingbar. Die Organisation der eigenen Arbeit wird in immer mehr Berufen vorausgestezt. Der Umgang mit E-mails, Austausch von Kontakten und Ideen, gemeinsames Arbeiten an Dokumenten, Sammeln von Informationen und deren Strukturierung: Alles Arbeitsfelder, die sich vor allem durch den Einsatz von Computern in den letzten Jahren verändert haben.
Nur: Wo sollen wir es Lernen, wenn nicht dort, wo Lernprozesse organisiert werden, selbstständig, in der Schule? Die Schüler können die Medienkonvergenz, die sich im Computer findet, so nicht nur zur Freizeitbeschäftigung nutzen, sondern das Handlungspotential auch wirklich einsetzen.

Schulen-ans-Netz hat ebenfalls die aktuelle Debatte aufgegriffen und lässt einzelne Akteure aus Deuschland zu Wort kommen: Medienkritik.

Hannes Beecken:

Ein zentraler Punkt für den Erfolg oder Misserfolg von Notebook-Projekten ist aber die konzeptionelle Vorbereitung des Lehrerteams unter Mitwirkung der Eltern und Schüler. Alle Beteiligten müssen die Chance haben, ihre Erwartungen an das Projekt zu formulieren – und dies muss ganz klar den pädagogischen Mehrwert des Projekts und damit der Investition umreißen. Frontalunterricht mithilfe von Notebooks, gleich ob dem Schüler ein Lehrer oder eine so genannte Lernsoftware vorgesetzt wird, lohnt die Investition nicht.

Das Ende des Internets

The End of the Internet
Congratulations! This is the last page.
Thank you for visiting the End of the Internet. There are no more links.
You must now turn off your computer and go do something productive.
Go read a book, for pete’s sake.

http://www.shibumi.org/eoti.htm

Moodle im Seminar

Wir nutzen in unserem Fachseminar Sozialwissenschaften ein Moodle zur internen Kommunikation. Bei allem Für und Wider bei der Diskussion über Lernplattformen können wir es so in ungezwungener Atmosphäre einfach mal hautnah selber erleben. Für einige nix neues, für andere das erste Mal, dass sie mit einem Ding wie Moodle in Berührung kommen.

Die Nutzung hält sich aber in Grenzen. Nur wenige, die es wirklich aktiv nutzen und Arbeitsblätter, Klausuren oder interessante Texte und Artikel austauschen. Hier unterscheidet sich ein Moodle nicht von einem “normalen” Seminar. Nur durch die Nutzung neuer Medien ist nicht automatisch auch für eine höhere Motivation bei der Mitarbeit gesorgt. Ähnliches lässt sich auch beim Einsatz eines Moodle für die Begleitung des regulären Schulunterrichts beobachten; was mich erstaunte. Dazu aber später mal mehr.

Beim Studienseminar-Moodle stellt sich am Ende vor allem die Funktion heraus, dass man darüber alle Kollegen/innen zentral erreichen kann, da alle über einen neuen Beitrag im Forum direkt per E-mail informiert werden. Das Moodle dient quasi als aufgebohrte Mailingliste mit Archiv-Funktion. Klar, wir haben auch mal den Chat probiert (als Kyrill Deutschland etwas durchgepustet hat wurde die Sitzung halt im Internet durchgeführt… mit teilweisen Stromausfällen), aber das waren Projekte und führten zu keiner neuen Kommunikationsform zwischen den Referendaren und zwischen den einzelnen Sitzungen. E-mail setzt sich dort durch; und man kann schon froh sein, wenn alle aktiv ihre E-mails nutzen.

Moodle würde ich immer wieder nutzen. Keine Frage. Aber die Ansprüche und Erwartungen werden heruntergeschraubt. Überflüssig ist es aber keineswegs. Nicht umsonst hat das nachfolgende Fachseminar ebenfalls ein Moodle bekommen. Leichter als eine Adressliste zu drucken und dann allen immer eine Sammel-E-mail zu senden ist es allemal. Und erstmal angefixt kommt vielleicht auch mehr :) Wobei ich wieder bei den Wünschen wäre.

Skim 0.3

Der wunderbare PDF Reader mit Lesezeichen, Notizen und Vollbildmodus ist in einer neuen Version verfügbar. Testen!

 

Skim Icon

In the army now?

Passt das?

S. Jobs:
“It’s better to be a pirate than to join the Navy.”

Victor System:
Rugged Mini Computer

Grundsatzprogramm der Christlichen

Lars von Odradek hat das aktuelle Diskussionspapier zum neuen Grundsatzprogramm mal unter die Lupe genommen.

39. Die Schöpfung wurde uns nach christlichem Verständnis zur Gestaltung und Bewahrung anvertraut. Heute müssen wir feststellen: Die Schöpfung ist bedroht.

Mehr davon? Die CDU und ihr Bild von der Familie und Leitkultur.

Radioquote?

Konservative fordern, angesport durch die Geschehnisse der letzten Tage (?), erneut die Radioquote für deutsche Musik.

Zwei Fragen dazu an die Ideengeber:

1. Wer hört Radio?
2. Ihr wollt mehr deutsche Texte? Also mehr davon? Hätte ich nicht von Euch erwartet.

Einheitsschule

Kurz notiert: Schulrektoren fordern in einem offenen Brief die Einrichtung einer Einheitsschule.

Ich bin dafür.

Regenbogen



DSC00901 by schaumburg.


Da wollte ich gerade mit dem Roller nochmal raus. Sonne scheint ja. Unten angekommen fängt es an zu regnen.

Na, eine kleine Entschädigung gabs dann am Ziel.

Wurstbrot statt Noten?

Insofern ist das vielleicht eine Idee für die Zukunft, wie man auf unsere Arbeitsbedingungen aufmerksam machen könnte. Aber nicht aufhören bei Apfelschorle: Warum nicht mal Erdnussbutter und Leberwurst in die Notenbögen? Dafür

Quelle: www.herr-rau.de

Frankreich wird jetzt sauber gemacht

Ahoi Polloi braucht dafür keine großen Worte.