Monthly Archive for März, 2009

Whiteboard – Erste Schritte

Nach unbefriedigenden, weil verkrampften, Versuchen am Wochenende mit der Wiimote und dem IR-Pen am MacBook Pro Display konnte ich heute das “Billig-Smartboard” mit einem Beamer in der Schule testen.

Folgende Ausstattung habe ich verwendet:

  1. WiimoteWhiteboard von uweschmidt.org
  2. Notebook Software von smarttech.com
  3. WiiPen aus den USA
  4. Wii-Remote vom lokalen Kistenschieber

Bei der Einrichtung bin ich erstmal darüber gestolpert, dass die Wii-Remote zwar als Bluetooth-Gerät erkannt worden ist, aber nicht mit der WiimoteWhiteboard-Software arbeiten wollte. Wie sich dann herausstellte, lag es an der eingestellten Java-Version, die ich für eine andere Software auf Java 6.0 umgestellt hatte.

Die Kopplung und Kalibrierung funktioniert dann eigentlich ganz gut, wenn man die Position der Wii-Remote mal ausgelotet hat. Idealerweise liegt sie direkt über dem Beamer bei einer Entfernung von ca. 2-3 Meter.

Leider lässt die Software nur eine 4-Punkte Kalibrierung zu. Dies scheint zu wenig zu sein und ich hätte gerne 6-9 Punkte wie beim “echten” Smartboard auch. An den Ecken ist die Mauszeigerposition ziemlich exakt und deckt sich mit dem IR-Pen. Allerdings hatte ich in der Mitte des Bildes eine Abweichung von teilweise 5 cm bei einer Diagonale von ca. 1,80 m. Das ist nicht handhabbar, da man sowohl Zeichnungen wie auch Text nicht vernünftig auf die Tafel setzen kann.

Dabei hätte ich gerade für diese beiden Zwecke die neue Kombination sehr gerne genutzt. Klar, man kann Bilder und Diagramme mit dem Wii-Board prima bedienen, aber richtig genial wäre es erst geworden, wenn man auch in der Chemie sinnvoll damit arbeiten könnte. Formeln und Reaktionsmechanismen werden einmal handschriftlich an der Wand gesammelt und könnten dann beim nächsten Mal wieder hervorgeholt werden. Dafür braucht man aber wohl doch noch ein professionelles Smartboard.

Die Latenz, auf die ich bei Twitter angesprochen wurde, war in meinem Toleranzbereich. Zwar wird die Aktion nicht 1:1 übertragen, aber ich konnte flüssig schreiben und hatte dabei nur eine ganz leichte Verzögerung. Das störte in keinster Weise – verglichen mit der Positionierung…

Der Stift ist super. Skepsis bezüglich des “Knopfes” ist unbegründet. Lässt sich intuitiv bedienen.

Ich werde es weiter testen und berichten. Der Ansatz ist viel versprechend und die ersten Schritte machten definitiv Spaß.

Update vom 01.04.’09

“Herausforderungen Medienpädagogik”

Herr Larbig stellt seine Überlegungen zur “Herausforderungen Medienpädagogik” vor. Da wir an der Schule auch an diesem Thema arbeiten, möchte ich die Gedanken kurz kommentieren.

These 1: Prävention durch Aufklärung über Risiken.
Aufklärung z. B. über rechtliche Fragen im Umgang mit Bildern und Audiodateien im (Recht am eigenen Bild, Urheberrecht) so früh wie möglich, z. B. im Zusammenhang mit dem sog. Computerführerschein, der oft schon in der Grundschule eine Rolle spielt.

Wir machen das seit 1 Jahr durch die Einführung des Faches “Medienerziehung” (Infos). Dabei geht es nicht um einen Computerführerschein (was ein antiquiertes Wort!), sondern den SuS bei den ersten Schritten zu helfen und sie damit auch für Gefahren und Chancen zu sensibilisieren. Im Konzept wird auch die Fortbildung der Lehrenden und Information der Eltern berücksichtigt.

These 2: Prävention durch kritische Beschäftigung mit digitalen Medien.
Integration und kritische Reflexion der von Jugendlichen genutzten Kommunikationswege (SMS, MMS, Chat, schuelervz, myspace, facebook, skype etc.) in allen Jahrgangsstufen...

Hier ist wohl in erster Linie die/der Fachlehrer/in gefragt – unabhängig von der Integration in die Fachcurricula. Und Fortbildungen haben eine begrenzte Wirkung, da man gerade im Umgang mit dem Internet eigene Erfahrung einbringen muss (Authentizität ist besonders wichtig).
Mit dieser Perspektive berühren wir die grundlegende Frage der Lehrerausbildung, ob man in erster Linie Fachmann oder Pädagoge sein muss. Im Tool “Internet” verwisch die Grenzen wie bisher selten, da es eher Methode als Inhalt ist.

These 3: Prävention durch produktiven und medienpädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien und somit der Förderung von Medienkompetenz.
Durchführung von Unterrichtsprojekten, die den produktiven Umgang mit den von Jugendlichen genutzten digitalen Medien integrieren

Daher vergeht bei mir keine Woche, in der ich nicht in mindestens einem der Kurse mit dem Computer arbeite. Und es ist selbstredend, dass SuS über Chats, Mails und Foren Kontakt aufnehmen können (wobei ich mir offen halte, nicht immer direkt zu antworten).

Anmerkung: Gerade in der letzten Woche habe ich wieder gemerkt, wie intuitiv die iLife Software von Apple ist. Nach einer Einführung von fünf Minuten in das Programm GarageBand haben 6 Schülerinnen in zwei Mittagspausen Podcasts zu den Edelgasen erstellt.

These 4: Sanktion bei missbräuchlicher Nutzung digitaler Medien
Konsequentes Handeln bei Bekanntwerden von missbräuchlicher Nutzung digitaler Medien, z. B. im Kontext einer Schule.

Ob nun Mobbing in SchuelerVZ oder in Wikipedia ausgetragene Beleidigungen. Die Reissleine muss in diesen Fällen voll gezogen werden und dem Schüler deutlich gemacht werden, dass auch im Internet Öffentlichkeit herrscht und die Schule so etwas nicht duldet.

Leider steht man bei diesen Maßnahmen immer sehr dich an jenen Personen, die das ganze Internet eh für “böse und überflüssig” halten. Aber dem muss man sich wohl stellen und – nachdem sich die Wogen gelegt haben – wieder in Opposition gehen und best-practive machen :) .

Joe’s Non-Netbook

via: martinriemer

Digitale Tafeln

René hat in den letzten Wochen das interaktive Whiteboard entdeckt und sich eine low-cost Version mit Beamer und Wii-Remote hergestellt. Eine Sache, dich ich auch unbedingt probieren möchte.

Wir haben in der Schule bereits zwei Smartboards und nutzen diese in den NT-Raum. Ich nutze es in erster Linie dafür, Webseiten wie beispielsweise ein gemeinsames Wiki zu zeigen und durch die Webseite zu navigieren. Es ist für alle angenehmer, wenn man dafür nicht gebückt in einer Ecke über dem Computer stehen muss, sondern sich frei bewegen kann.

smartboard

Auch spontane Skizzen sind mit dem in der Software integrierten Notebook schnell für alle sichtbar erstellt und erfreuen die Schüler/innen bis weit in die Pausen hinein. Praktisch ist, dass die Ergebnisse nicht weggewischt werden müssen, sondern abgespeichert sind und beim nächsten Mal wieder geöffnet werden können.

Gerade für diesen Einsatz wünsche ich mir Smartboards auch im GL-, Chemie- und SoWi Unterricht. Tafelbilder, die in einer Stunde gemeinschaftlich entworfen wurden, haben eine hohen Wiedererkennungswert. Darin liegt ein nicht zu unterschätzender Vorteil für den getackteten Lernprozess an den Schulen, den wir mit den grünen Tafel bisher nicht nutzen können. Das Fotografieren der Tafelbilder löst das Problem nicht wirklich, auch wenn die Bilder für die Schüler/innen im moodle hinterlegt werden.

Eine Wandtafel bleibt aber – egal ob grün oder weiss – ein frontales Medium. Einzig der Inhalt kann bei einer weißen Tafel erheblich flexibler sein und  auch für die Ideen der Wandtafel 3.0 von Beat Döbeli offenstehen. Sein Vortrag – den ich an anderer Stelle mal erwähnt hatte – vergleicht die klassische Wandtafel mit den Wikis und zieht dabei interessante Parallelen (ab Min. 14:45 h).

Shift happens

Das Video ist von 2007. Und obwohl es so alt ist lohnt es sich immer wieder – auch wenn es irgendwann nerven sollte – Geschichten wie diese anzusehen.

Welche Aufgabe hat Schule?
Geht es um die Tradierung von Wissen nach klassischer Vorstellung?
Geht es um Erziehung, die nicht mehr im doppelt-berufstätigem Elternhaus vollzogen wird?
Geht es darum, die Schüler/innen im Umgang mit Tools der Kommunikation fit zu machen (“Web 2.0″)?
Oder geht es um Grundlagen und Einblicke in das, was war, um die Zukunft zu gestalten?
Was ist mit Büchern – spielen diese noch eine Rolle? Oder machen wir in Zukunft nur noch Wiki?
Was ist mit geschützen Räumen, in denen man König sein darf (Kinderzimmer)?
Wie bildet sich ein kritischer Geist?

Bevor ich die Fragen vertiefe mache ich lieber für morgen mal den Unterricht fertig und bringe den Schülern bei, wie man das MWG in Gleichgewichtsberechnungen nutzt. Das braucht man.

Lehrer bloggen

Überraschend habe ich – auf der Rückfahrt vom ADE Meeting in München – festgestellt, dass man bluemac.de als Lehrerblog eingeordnet hat. Im Rahmen der Initiative “Lehrerblogs 2009” wurde dieser kleine Blog von Lehrerfreund in der Kategorie “Etablierte” geführt. Wow. Hätte damit nun wirklich nicht im geringsten gerechnet.

Ist denn das hier überhaupt ein Lehrerblog? In der Tat arbeite ich als Lehrer und versuche den ein oder anderen Gedanken aus dem Bildungsbereich zu bloggen. Die Themen haben in den letzten drei Jahren unregelmäßiger Beiträge oft gewechselt. Mal ging um Bologna, dann um den schulischen Einsatz der Computer und zwischendurch gab immer wieder Hilfen, die ich selber gerade für meinen Alltag gebastelt habe.

Leider ist es nicht immer problemlos, die aktuellen Themen der Schulgemeinschaft auch ins Web zu tragen. Bei den (zugegeben wenigen) kritischeren Beiträgen, die auch eine eigene Meinung implizierten, gab es oft innerhalb der darauffolgenden Tage ein Gespräch auf dem Flur der Schulleitung – glücklicherweise immer konstruktiv.

Es scheint kein Einfaches zu sein, aus dem Schulalltag etwas anderes als normierte Meldungen zu berichten. Zu sensibel ist das System Schule trotz aller Stabilität, die es im Inneren auszeichnet.

Ich freue mich, dass mein kleines Experiment hier zur Kenntnis genommen wird.