In seinem letzten Interview bei AllThingsDigital D8 hat der Apple CEO Steve Jobs eine schöne Metapher genutzt, um das Vorgehen von Apple in seiner bisherigen Geschichte zu beschreiben.
Oft genug haben sich die Leute über den Computerhersteller lustig gemacht und Apple für “verrückt” erklärt, wenn man harte Schnitte vollzogen habe. Dies sei bei der Einführung der 3,5″ Diskette ebenso der Fall gewesen wie bei der Absage an die serielle und parallele Schnittstellen beim iMac, der stattdessen als erster Rechner komplett auf USB setzte und damit Neuland betrat.
Heute steht Apple vor allem wegen seiner Entscheidung in der Kritik, Flash auf ihren mobilen Endgeräten nicht zuzulassen. Als Grund nennt Steve Jobs, dass die Technologie einfach nicht mehr zeitgemäß ist und es bessere Werkzeuge gäbe, um Videos im Internet wiederzugeben. Apple müsse sich aufgrund knapper Ressourcen für ein Pferd entscheiden, auf das man setze. Es bringe nichts, verschiedene Ziele zu verfolgen, wenn einem klar ist, um was es eigentlich geht. Dies sei bei dem USB Anschluss der Fall gewesen und nun auch bei Flash.
Jede Technologie erlebt die vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Es sei für ein Unternehmen wie Apple entscheidend, die Technologien zu erkennen, die sich im Frühling ihrer Entwicklung befänden.
Wörtlich:
The way we succeed is by choosing what horses to ride really carefully – technically. We try to look for this technically vectors, that have a future, that headed up. Technology can go in cycles. They have their spring, and summers and autumns and then they go to the graveyard of technology. And we try to pick things in their spings. And if you choose wisely, you can save yourself a enormous amount of work versus trying to do everything. And you can really put energy in making this new merging technologies be great on your plattform, rather to be just ok. […]
We have to get rid of things. […] And sometimes, people call us crazy. But sometimes you just have to pick the things that look like the right horse to ride forward. […]
Die Umstellungen von alten Technologien auf “neue Pferde” war nicht einfach für Apple. Der Umstieg von System 9 auf Mac OS X sei hier nur erwähnt, ebenso wie die Umstellung von PowerPC auf X86 Prozessoren. Man hat sich dennoch jedes Mal für eine harte Zäsur entschieden – und dabei sicherlich den ein oder anderen auch zurücklassen müssen. Am Ende aber war diese Strategie erfolgreich – egal wie kritisch man dem gegenüberstehen kann. Das Prinzip Microsoft, alles immer wieder in allem zu unterstützen (DOS in Windows Vista) ist nicht aufgegangen.
KönnenMüssen wir diese Erfahrungen nicht auch auf die Schule übertragen? Wäre es nicht an der Zeit, alte und überholte Konzepte, die vielleicht gerade den Herbst ihrer Existenz erfahren (Industrialisierung…) über Board zu werfen und uns den neuen Möglichkeiten zu öffnen? Wo stecken die Konzepte, die gerade ihren Frühling erleben? Sie scheinen noch nicht fertig formuliert zu sein. Ich glaube, dass beispielsweise in der Diskussion um den Leitmedienwechsel etwas steckt, was für die Schule noch prägend werden wird.






