Tag Archive for 'Schule Transformation'

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Die Zukunft der IKT an der Schule

Am 08. Dezember 2009 tagt der diesjährige IT Gipfels 2009 in Stuttgart. Bereit am Tag zuvor findet ein “Open Space” von IKT-Nachwuchskräften statt, bei dem gemeinsam mit den Mitgliedern des IT Gipfels aus Wirtschaft und Politik über Ideen gesprochen werden wird, wie der Weg vom Bildungssystem von heute zur lernenden Organisation von morgen gestaltet werden kann.

Mit der Internationalen Delphi-Studie 2030 wurde am 05.11.2009 eine Studie veröffentlicht, in der über 500 Experten ihre Prognose über die Verbreitung der ITK (Informations- und Kommunikations-Technologien) abgeben sollten. Die Experten rekrutierten sich vorwiegend aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Um die Ergebnisse zu kontrastieren, wurden auch Mitglieder von dnadigital hinzu gezogen.

Unter den 144 Thesen finden sich auch Fragen zur Zukunft der IKT im Bildungssystem. Trotz aller Wichtigkeit des Themas “Bildung” gibt es nur zwei Thesen in der Untersuchung:

  1. These 10: IKT im Unterricht
    Ein persönliches elektronisches Endgerät (z. B. Laptop) ist elementarer Bestandteil des Schulunterrichts in Deutschland.
  2. These 11: IKT in der Schule
    Die permanente Nutzung von IKT-Infrastruktur (z.B. Computer, das Internet, eBooks, Schulserver) durch jeden einzelnen Schüler ist Bestandteil des schulischen Alltags in Deutschland.

Die Einschätzung der Experten als Zukunftsradar:

IKT_Bildung

Die Grafik muss man so lesen, dass die Experten ihre Prognose abgeben sollten, bis wann die These voll eingetreten ist. Je dunkler das Blau, desto mehr Experten haben für den genannten Zeitraum ihre Stimme abgegeben.

Der äußere Rand steht für den internationalen Vergleich. Rot bedeutet: “Nachzüglerposition”

Fazit:

  • Der große Umbruch in den Schulen findet in den Jahren 2015 – 2019 statt. Hier werden digitale Endgeräte sowohl in Schule wie Unterricht flächendeckend Bedeutung gewinnen – sagen 40 % der Experten.
  • Spätestens bis 2024 könnte dieser Prozess abgeschlossen sein.
  • Bereits bis 2014 wird es an den Schulen für jede/n Schüler/in die Möglichkeit geben, digitale Endgeräte im Schulalltag einzusetzen. Das sehen zumindest knapp 30 Prozent der Experten so.

Ich halte diese Zahlen für nicht verwunderlich. Sie zeigen deutlich, dass die Notwendigkeit für eine Durchdringung der Bildungsinstitutionen gesehen wird. Dies wird besonders daran deutlich, dass eine überwiegende Mehrheit der Experten die nächstmöglichen Zeiträume ausgewählt haben – ohne direkte Handlungsnotwendigkeiten zu geben.

Andererseits zeigt das Ergebnis auch die große Unsicherheit, da für die nächsten vier Jahre keine bedeutenden Veränderungen prognostiziert werden (Ausgenommen eine bei These 11). Traut man der Bürokratie oder den Schulen selber kein größeren Veränderungen zu? Immerhin ist das Projekt “schulen ans netz” inzwischen erfolgreich beendet worden.

Meine Prognose:
Wenn sich in den nächsten Jahren die Veränderungen in der Schülerschaft weiter so fortsetzen wie in den letzten vier Jahren, halte ich die optimistischen Prognosen für den Zeitraum bis 2019 für realistisch. Vor vier Jahren gab es Klassen, in denen einzelne Schülerinnen und Schüler über eine E-mail Adresse verfügten. Heute gehört dies zum Standard und in sozialen Netzwerken bewegt man sich täglich. Auch Wikis, Blogs und Foren werden mit immer größerer Selbstverständlichkeit angenommen.

Immer häufiger treffe ich in den letzten Wochen Schüler/innen, die gerne ihren Laptop oder iPod Touch im Unterricht nutzen wollen – und dies nicht nur in der Oberstufe. Ich denke, dass sich hier zur Zeit eine kritische Masse bildet. Wenn in zwei Jahren eine überwiegende Zahl der Schüler/innen statt eines Desktop-Computers oder Fernsehers einen Laptop zum Geburtstag bekommt, werden diese in die Schule drängen und die Arbeitsweise ändern. Diesem Prozess wird man sich nicht entziehen können. Ganz nebenbei werden dabei auch die One-to-One Projekte einer Bewährungsprobe unterzogen. Aber dies ist ein anders Thema.

Die Studie findet sich bei TNS-Infratest als PDF (Achtung, 18 MB).

Die Bildung hacken

Kommende Woche startet am Donnerstag die UnKonferenz “Die Bildung hacken“, initiiert von Martin Lindner (@martinlindner) und Basti Hirsch (@cervus) in Anlehnung an den Eduhack ’09 in New York.

Das erste Mal bin ich mit den Hackern auf dem EduCamp in Ilmenau in Kontakt gekommen und war etwas irritiert. Auch jetzt noch kann ich mich mit dem Begriff nicht so ganz anfreunden. Dabei ist die eigentliche Intention durchaus sympatisch, nämlich durch koordinierte Aktivitäten in ein scheinbar geschlossenes System einzudringen, es zu öffnen und so ein wenig unter die eigene Kontrolle (zurück?) zu bringen.

Die Notwendigkeit besteht:

Lisa Rosa (@lisarosa), ebenfalls vor Ort dabei, hat in einem Kommentar in ihrem Blog shiftingschool die Herausforderung so formuliert:

Diejenigen, die im System drin sind bzw. neu hineinkommen, müssen wissen, dass sie eine Transformations- und keine bloße Reformaufgabe haben und trotzdem können wir uns dabei nur in Auseinandersetzung mit den dortigen Widersprüchen zu den Systemregeln bewegen.

Welche Rolle spielt Schule in Zukunft?

Im März ’09 hatte ich im Anschluss an den Shift-Film diese hier formuliert:

  • Welche Aufgabe hat Schule?
  • Geht es um die Tradierung von Wissen nach klassischer Vorstellung?
  • Geht es um Erziehung, die nicht mehr im doppelt-berufstätigem Elternhaus vollzogen wird?
  • Geht es darum, die Schüler/innen im Umgang mit Tools der Kommunikation fit zu machen (”Web 2.0″)?
  • Oder geht es um Grundlagen und Einblicke in das, was war, um die Zukunft zu gestalten?
  • Was ist mit Büchern – spielen diese noch eine Rolle? Oder machen wir in Zukunft nur noch Wiki?
  • Was ist mit geschützen Räumen, in denen man König sein darf (Kinderzimmer)?
  • Wie bildet sich ein kritischer Geist?

Inzwischen würde ich noch ergänzen:

  • Wenn Stundenraster wegfallen: Wo und wann kann Lernen überall stattfinden?
  • Wie begegnen wir der immer stärker werdenden Frage nach dem Sinn des Lernens?
  • Wie schaffen wir ein Selbstverständnis von Schule, dass diese keine Angst vor “Neuem” haben muss, sondern jede neue Entwicklung und jedes neue Werkzeug bereichernd in ihr bisheriges Konzept aufnehmen kann?
    Wünschen würde ich mir ein Arbeits-Klima bei dem der Spruch “die nächste Sau wird durchs Dorf getrieben” kein Manko ist. Schule als Organisation, die für neue Entwicklungen offen ist und wo “Neues” nicht immer alles bisherige in Frage stellen muss sondern ergänzt. (Quelle)
  • Welche Rolle spielen die Inhalte in Zukunft, wenn wir alle mit dem mobilen Internet in der Tasche herumlaufen und es kaum noch ein Monopol auf Wissen gibt.

Zukunft? Ist die nicht eigentlich schon da, wenn man sich die Schülerinnen und Schüler ansieht? Mobiltelefone mit Internet oder WLAN, auf jeden Fall aber mit Kamera haben sie alle dabei. Schule heute nimmt darauf kaum Rücksicht – im Gegenteil, sie versucht es oft sogar durch Verbote zu verhindern. Verständlich, ist ihr Selbstkonzept doch in Gefahr.

Ich freue mich, dabei zu sein und bin gespannt, was das Zusammentreffen in Berlin alles katalysieren wird.

Bildungskongress 2009

Anschließend an den Bildungskongress ‘09 (http://www.bildungs-kongress.de) mit der Vorstellung der aktuellen Studie von Prof. Peter Kruse (http://www.scribd.com/doc/19117661/PeterKruse-Bildungskongress-09) hat sich über die Tweets (http://search.twitter.com/search?q=%23bk09) während der Veranstaltung und das Aufgreifen der Gedanken im Blog der Initiative D21 (http://www.blog.initiatived21.de/?p=2754) und bei Hokey (http://wordpress.blokey.de/2009/09/02/von-sehr-altem-und-sehr-neuem/) eine lebendige Diskussion ergeben. Da diese auch bei mir einiges durcheinander gewirbelt hat, möchte ich gerne meine Gedanken etwas geordnet wiedergeben. 140 Zeichen reichen dafür nicht aus…
Wie ich bei der Initiative-D21 schon geschrieben hatte, scheint das eigentlich “Problem” eher darin zu liegen, welche pädagogischen Grundannahmen ich für meine Arbeit wähle. Diese Kontroverse hat die Pädagogik seit Anbeginn – sei es das Technologiedefizit (Luhmann, Schorr) oder Behaviorismus und Konstruktivismus. Natürlich prägt sich dies in der alltäglichen Arbeit nicht in diesen Begrifflichkeiten aus, aber ich denke schon, dass jeder Lehrer seine eigene Vorstellung davon hat, wie Lernen funktionieren könnte.
Solange wir auf der rein technischen Ebene bleiben und über “modernen Unterricht” immer unter Bezug auf Blog, Twitter und Wikis sprechen, umgehen wir die eigentliche Frage. Hier sehe ich eine Gefahr der “Technokratisierung”, dass nämlich Bildung vor allem aus der Perspektive der Effektivität technologischer Entwicklungen gesehen wird und wir uns damit in Sachzwänge begeben, in die ich mich lieber nicht begeben möchte. Der Ausfall des Gmail Servers zum Beispiel darf keinen Einfluss darauf haben, ob ich mich mit anderen Menschen über Gedanken austauschen kann.
Twitter alleine wird keinen Unterricht gut machen, genausowenig wie eine hervorragende Methode in meinen Händen zum totalen GAU führen kann (oder vice versa). Hier besteht aber sicherlich Einigkeit, dass Methoden keine Kausalität für Qualität in sich bergen – auch LdL nicht. ;)
Wenn Hokeys Bedenken also in die Richtung gehen, dass zur Zeit die technologischen Möglichkeiten in den Himmel gelobt werden und mit ihnen ein Automatismus entsteht, Schule zu verbessern, so gebe ich ihm recht: Das geht so nicht.
Schule ist kein Raum, in dem keine Kontoversen ausgetragen werden – und Schule war dies sicherlich auch nie. Von daher kann und wird eine neue Technologie die Schule nicht wachrütteln. Sie wird vom System Schritt für Schritt adaptiert werden und für die Lernenden und Lehrenden eine weitere Möglichkeit bieten, Ziele zu erreichen.
Ob damit ein Paradigmenwechsel innerhalb der Schul-Pädagogik einhergehen kann, wie beispielsweise Jean-Pol Martin erhofft, wird sich zeigen. Ich möchte dies hoffen. Dafür ist jedoch keine Notwendigkeit gegeben – rein aus der Sicht des Systems “Schule”. Dieses hat auch schon andere Umwälzungen in der Gesellschaft verkraftet und wird wohl auch Computer im Klassenzimmer überstehen.
Es vermischen sich also mindestens zweierlei Ziele in der aktuellen Diskussion: 1) Die Integration von neuen Kommunikationsformen in der Schule als Konsequenz einer neuen Generation von SchülerInnen, die diese als Selbstverständlichkeit ansehen und
2) eine versteckte Hoffnung, dass bestehende Strukturen in der Bildungslandschaft durch eben diese Technologie aufgebrochen und neu gedacht werden können.
Zu 1: Diese Entwicklung wird kommen, ob wir wollen oder nicht. Ob man das Problem generational löst oder durch Fortbildungsmaßnahmen eine schnelle Durchdringung bewirkt ist im Grunde nebensächlich. Beratung der Schulen tut gut, wird Geld generieren und am Ende auch – irgendwie – Erfolg haben. Die Rolle der sich zur Zeit so bezeichnenden “digital inhabitants” (im Schuldienst!) ist es, sich blutige Nasen zu holen und erste Schritte zu gehen. Man wird aber nicht lange allein bleiben.
Zu 2: Die Notwendigkeit, Schule zu verändern, wird von vielen wahrgenommen. Im Detail unterscheiden sich die Vorstellungen dann aber doch. Und da diese Vorstellungen sehr persönlich sind, wird es emotional.
Dies betrifft nicht nur die inhaltliche Eben (Paradigmen des Lernens), sondern auch das Problem “Theorie & Praxis”. Wer sagt da eigentlich wem was? Ich kann in gewisser Weise nachvollziehen, wenn man sich nach 30 Jahren Berufs-Erfahrung nicht von jungen Leuten ohne wirkliche Unterrichtspraxis erklären lassen muss, wie das jetzt richtig geht und dass man bisher eigentlich alles falsch gemacht hat.
Es geht nicht darum, wer die plausibleren Argumente vorlegt. An dieser Stelle wird die Auseinandersetzung emotional und durch fehlende Sensibilität (auf beiden Seite) kann ein großer Schaden angerichtet werden.
Meine Devise für die nächste Zeit lautet: Kein Missionieren, kein Überzeugen. Dafür aber  versuchen, im Kleinen meine eigene Arbeitsumgebung zu gestalten, so wie ich gerne arbeiten möchte. Und wenn jemand ruft und mehr möchte, überleg’ ich`s mir :) .

Anschließend an den Bildungskongress ‘09 mit der Vorstellung der aktuellen Studie von Prof. Peter Kruse (Präsentation) hat sich über die Twitter (#bk09) während der Veranstaltung und das Aufgreifen der Gedanken im Blog der Initiative-D21 und bei Hokey eine lebendige Diskussion ergeben. Da diese auch bei mir einiges durcheinander gewirbelt hat, möchte ich gerne meine Gedanken etwas geordnet wiedergeben. 140 Zeichen reichen dafür nicht aus…

Kruse@Bildungskongress09

Wie ich bei der Initiative-D21 schon geschrieben hatte, scheint das eigentlich “Problem” eher darin zu liegen, welche pädagogischen Grundannahmen ich für meine Arbeit wähle. Diese Kontroverse hat die Pädagogik seit Anbeginn – sei es das Technologiedefizit (Luhmann, Schorr) oder Behaviorismus und Konstruktivismus. Natürlich prägt sich dies in der alltäglichen Arbeit nicht in diesen Begrifflichkeiten aus, aber ich denke schon, dass jeder Lehrer seine eigene Vorstellung davon hat, wie Lernen funktionieren könnte.

Solange wir auf der rein technischen Ebene bleiben und über “modernen Unterricht” immer unter Bezug auf Blog, Twitter und Wikis sprechen, umgehen wir die eigentliche Frage. Hier sehe ich eine Gefahr der “Technokratisierung”, dass nämlich Bildung vor allem aus der Perspektive der Effektivität technologischer Entwicklungen gesehen wird und wir uns damit in Sachzwänge begeben, in die ich mich lieber nicht begeben möchte. Der Ausfall des Gmail Servers zum Beispiel darf keinen Einfluss darauf haben, ob ich mich mit anderen Menschen über Gedanken austauschen kann.

Twitter alleine wird keinen Unterricht gut machen. Auch eine hervorragende Methode kann in meinen Händen zum totalen GAU führen (oder vice versa). Hier besteht sicherlich Einigkeit, dass Methoden keine Kausalität für Qualität in sich bergen – auch LdL nicht. ;)

Wenn Hokeys Bedenken also in die Richtung gehen, dass zur Zeit die technologischen Möglichkeiten in den Himmel gelobt werden und mit ihnen ein Automatismus entsteht, Schule zu verbessern, so gebe ich ihm recht: Das geht so nicht.

Schule ist kein Raum, in dem keine Kontoversen ausgetragen werden – und Schule war dies sicherlich auch nie. Von daher kann und wird eine neue Technologie die Schule nicht wachrütteln. Sie wird vom System Schritt für Schritt adaptiert werden und für die Lernenden und Lehrenden eine weitere Möglichkeit bieten, Ziele zu erreichen.

Ob damit ein Paradigmenwechsel innerhalb der Schul-Pädagogik einhergehen kann, wie beispielsweise Jean-Pol Martin erhofft, wird sich zeigen. Ich möchte dies hoffen. Dafür ist jedoch keine Notwendigkeit gegeben – rein aus der Sicht des Systems “Schule”. Dieses hat auch schon andere Umwälzungen in der Gesellschaft verkraftet und wird wohl auch Computer im Klassenzimmer überstehen.

Es vermischen sich also mindestens zweierlei Ziele in der aktuellen Diskussion:

  1. Die Integration von neuen Kommunikationsformen in der Schule als Konsequenz einer neuen Generation von SchülerInnen, die diese als Selbstverständlichkeit ansehen und
  2. eine versteckte Hoffnung, dass bestehende Strukturen in der Bildungslandschaft durch eben diese Technologie aufgebrochen und neu gedacht werden können.

Zu 1: Diese Entwicklung wird kommen, ob wir wollen oder nicht. Ob man das Problem generational löst oder durch Fortbildungsmaßnahmen eine schnelle Durchdringung bewirkt ist im Grunde nebensächlich. Beratung der Schulen tut gut, wird Geld generieren und am Ende auch – irgendwie – Erfolg haben. Die Rolle der sich zur Zeit so bezeichnenden “digital inhabitants” (im Schuldienst!) ist es, sich blutige Nasen zu holen und erste Schritte zu gehen. Man wird aber nicht lange allein bleiben.

Zu 2: Die Notwendigkeit, Schule zu verändern, wird von vielen wahrgenommen. Im Detail unterscheiden sich die Vorstellungen dann aber doch. Und da diese Vorstellungen sehr persönlich sind, wird es emotional.

Dies betrifft nicht nur die inhaltliche Eben (Paradigmen des Lernens), sondern auch das Problem “Theorie & Praxis”. Wer sagt da eigentlich wem was? Ich kann in gewisser Weise nachvollziehen, wenn man sich nach 30 Jahren Berufs-Erfahrung nicht von jungen Leuten ohne wirkliche Unterrichtspraxis erklären lassen muss, wie das jetzt richtig geht und dass man bisher eigentlich alles falsch gemacht hat.

Es geht nicht darum, wer die plausibleren Argumente vorlegt. An dieser Stelle wird die Auseinandersetzung emotional und durch fehlende Sensibilität (auf beiden Seite) kann ein großer Schaden angerichtet werden.

Meine Devise für die nächste Zeit lautet: Kein Missionieren, kein Überzeugen. Dafür aber  versuchen, im Kleinen meine eigene Arbeitsumgebung zu gestalten, so wie ich gerne arbeiten möchte. Und wenn jemand ruft und mehr möchte, überleg’ ich`s mir.

Wer kann es denn? Umgang mit digitalen Medien.

Die Schülerinnen und Schüler sind digital naives, die Lehrenden können es auch nicht besser. Wer kann es denn?

Wir befinden uns in einem Transformationsprozess. Die Gesellschaft hat da etwas Neues entdeckt und stürzt sich nun auf die Suche, irgendwelche Handlungsmuster herauszuarbeiten, wie damit umzugehen sei. Für die Schule ist dabei die zentrale Frage: Wer ist der Wissende?

Genau in dieser Frage könnte sich aber eine Bruchstelle finden, die das alte Wissens-Paradigma (begrenzt, geschlossen) vom neuen (unendlich, offen) trennt. Es geht nicht mehr darum, wer die Fakten weiss. Das zählte früher.

Das Wissen ist heute nicht mehr begrenzt, sondern steht allen uneingeschränkt offen. Merkbar wird das zum Beispiel in der Schule, wenn einem ein Schüler der 5. Klasse kurzerhand erklärt, wie das mit den Atomen in der Chemie so sei (Lehrplan: 8. Klasse). Er hat sich selber informiert und war nicht auf die Rationierung durch den Lehrenden angewiesen.

Es zählt nicht mehr das Wissen an sich, sondern die Kompetenz, wie man für sich selber in einem Neuronenstrom Orientierung finden kann.